Geldanlagen: Obligationen, Aktien, Fonds und Co.

Obligationen, Aktien, Fonds, strukturierte Produkte – alles Begriffe, die man schon einmal gehört hat und dem Finanzbereich zuordnen kann. Doch wie unterscheiden sich diese einzelnen Produkte?

Wir erklären Ihnen die einzelnen Produkte auf einfache Weise und was sie voneinander unterscheidet:

Aktien

Grundlagen zu Aktien

Bei einer Aktie handelt es sich um ein Wertpapier, welches ein Anteilsrecht an einer Aktiengesellschaft verbrieft. Das Unternehmen verschafft sich so Eigenkapital. Im Gegenzug sind Sie als Aktionär Teilhaber der Unternehmung und erhalten neben den Vermögensrechten (Bezugsrecht, Recht auf Anteil am Gewinn) auch Mitgliedschaftsrechte (Stimmrecht, Informationsrecht). In der Regel können Sie als normaler Bürger nur Aktionär von Unternehmen werden, welche an der Börse gehandelt werden (börsenkotierte Aktien). Ob ein Unternehmen mit ihren Aktien an die Börse gehen möchte, ist freiwillig.

Die verschiedenen Arten von Aktien

In der Schweiz gibt es verschiedene Formen von Aktien. Auf der einen Seite möchte man so den Aktionär schützen und auf der anderen Seite sichert man so einen gewissen Schutz für das Unternehmen. Lesen Sie hier, welche Arten von Aktien es gibt.

Inhaberaktien:
Bei dieser Form ist der Aktionär der jeweilige Inhaber des Papiers. Die Aktiengesellschaft kennt den Namen des Aktionärs nicht. Die Inhaberaktie muss immer voll einbezahlt sein. Die Übertragung der Aktie wird mit dem Verkauf getätigt.

Namenaktien:
Diese lautet auf den Namen des Aktionärs. Das heisst, der Aktionär ist namentlich auf der Aktie vermerkt. Über die Namensaktie führt die AG ein Aktienregister. Somit weiss die Aktiengesellschaft jederzeit, wer Aktionär ist. Im Gegensatz zur Inhaberaktie reicht es, wenn bei der Namensaktie nur 20 Prozent einbezahlt sind. Für die Übertragung braucht es ein Indossament. Dieser Übertragungsvermerk ist auf der Aktie wie auch im Aktienregister vermerkt.

Vinkulierte Aktien:
Diese Aktien können nur mit Zustimmung der Geschäftsleitung auf einen neuen Aktionär übertragen werden. Somit schützt sich die Aktiengesellschaft gegen eine Überfremdung respektive einer Mehrübernahme des Aktienkapitals durch Konkurrenten.

Prioritätsaktien:
Diese Art von Aktien wird oft ausgegeben, wenn eine Aktiengesellschaft saniert werden muss oder grosse Mühe hat, neues Eigenkapital zu finden. Bei Prioritätsaktien verspricht man den neuen Geldgebern ein Vorzugsrecht bei der Gewinnverteilung. Die nicht bevorzugten Aktien werden als Stammaktien bezeichnet. Die Inhaber dieser Aktien erhalten ihre Dividenden erst, wenn die Prioritätsaktien auf ihre Kosten gekommen sind.

Stimmrechtsaktien:
Bei Stimmrechtsaktien wird das Stimmrecht an der Generalversammlung nicht im Verhältnis zum Nominalwert ausgeübt, sondern es hat jede Aktie, unabhängig ihres Nennwerts, eine Stimme.

Partizipationsscheine:
Zur Aufstockung des Eigenkapitals geben viele Unternehmen neben Aktien auch Partizipationsscheine (PS) in Umlauf. Es sind aktienähnliche Wertpapiere. Beim Partizipationsschein hat man nur Anrecht auf eine Dividende und ist vom Stimmrecht ausgeschlossen.

Aktienzertifikate:
Heute geben vor allem grosse Aktiengesellschaften ihren Namenaktionären anstelle von Aktien einen Ausweis über den Aktienbesitz in Form eines Aktienzertifikats über eine bestimmte Anzahl Aktien. Vorteil: Reduziert die Titelflut, vereinfacht die Ausstellung, couponlose Dividendenzahlung möglich, einfache Aufbewahrung.

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Obligationen

Obligationen sind, wie Aktien auch, Wertpapiere. Der grösste Unterschied zwischen der Obligation und der Aktie besteht bei der Finanzierung für das Unternehmen. Während Aktien Eigenkapital bedeutet, sind Obligationen für ein Unternehmen als Fremdkapital zu verbuchen.

Wenn ein Investor eine Obligation kauft, leiht er dem Emittenten Geld und wird Schuldner. Dieser gibt dem Käufer gegen den bezahlten Betrag Obligationen. Somit ist der Käufer sein Gläubiger. Wie bei jedem Darlehen werden auf den geschuldeten Betrag Zinsen erhoben. Synonym werden Obligationen auch als festverzinsliche Wertpapiere bezeichnet. Im Gegensatz zur Aktie, die keine Garantie hinsichtlich des Ertrags geben, garantiert der Emittent die Rückzahlung des Nominalwertes plus Zinsen.

Fonds

Bei Fonds handelt es sich um eine Investitionsmöglichkeit, die von Fondsgesellschaften angeboten werden, um aus mehreren kleinen Kapitalbeträgen ein grösseres Kapitalvermögen zu bilden, das zwecks Erzielung einer bestimmten Rendite verlangt wird.

Wer sich an einem Fonds durch den Kauf von Anteilen beteiligt, erwirbt dadurch Miteigentum am Fondsvermögen. Die Beteiligung ist in Wertpapieren verbrieft. Je nach Risikoklasse und Marktlage kann der Kurs der Wertpapiere stark schwanken, was sich entsprechend auf die Rendite auswirkt. Heute gibt es eine grosse Auswahl an Fonds. Daher ist vor dem Abschluss unbedingt ein Fondsberater aufzusuchen.

Strukturierte Produkte

Bei strukturierten Produkten handelt es sich um öffentlich ausgegebene Anlageinstrumente, deren Rückzahlung von der Entwicklung eines Basiswerts abgeleitet ist. Als Basiswert dienen gängige Anlagen wie Aktien, Devisen oder Rohstoffe. Strukturierte Produkte setzen sich aus der Kombination einer klassischen Anlage mit einem derivativen Finanzinstrument zusammen.