Alkohol als Ursache für jeden zehnten tödlichen Verkehrsunfall

Veröffentlicht am 19.02.2015.

Die Schweiz ist im Fasnachtsfieber. Vielerorts fliegen momentan Konfetti durch die Luft und maskierte Menschen feiern ausgelassen auf der Strasse -  dabei wird auch das ein oder andere Glas Alkohol getrunken. Während dieser Zeit lässt man das Auto am besten zu Hause stehen. Das Fahren unter Alkoholeinfluss wird immer noch unterschätzt. In der Schweiz passiert jeder zehnte tödliche Autounfall in Zusammenhang mit Alkohol.
Alkohol ist zweithäufigste Ursache für tödliche Unfälle in der Schweiz
2013 starben im Strassenverkehr 269 Personen. Im Durchschnitt stirbt alle 33 Stunden ein Mensch auf den Schweizer Strassen. Das Fahren unter Alkoholeinfluss ist nach zu hoher Geschwindigkeit die zweithäufigste Todesursache. 2013 waren rund 50 tödliche Unfälle mutmasslich auf Alkohol zurückzuführen. "Und das sind nur die erfassten Fälle - die Dunkelziffer dürfte noch weit darüber liegen", wird Jörg Zinsli, Leiter Schaden der Allianz Suisse, in einer Mitteilung des Versicherers zitiert. Alkohol im Strassenverkehr ist aber nicht nur in der Schweiz ein Problem sondern auf der ganzen Welt. Das zeigt eine Analyse des Allianz Zentrums für Technik (AZT).
Die Schweiz im europäischen Vergleich
Weltweit werden durchschnittlich 10,9 Prozent aller tödlichen Verkehrsunfälle durch das Fahren unter Alkoholeinfluss verursacht. Die Schweiz steht im Vergleich mit insgesamt 8,9 Prozent alkoholbedingten Verkehrstoten pro 100'000 Einwohner zwar etwas besser da, jedoch ist auch diese Zahl noch zu hoch. Vor allem wenn man bedenkt, wie einfach solche Unfälle vermieden werden können. Betrachtet man die Europäische Union, steht Italien an der Spitze. Lediglich 2,9 Prozent aller tödlichen Unfälle sind dort auf Alkohol zurückzuführen. Auf Platz zwei und drei folgen die Niederlanden und Dänemark. Die Schweiz liegt im Vergleich mit den EU-Ländern auf Platz fünf von 29 untersuchten Ländern, heisst es in der Mitteilung der Allianz Suisse weiter.
Unterschiedliche Bussen je nach Promille im Blut
Auch wenn die Schweiz relativ weit vorne liegt, könnte jeder tödliche Unfall in Zusammenhang mit Alkohol vermieden werden. Die Regel ist einfach: Sobald man mehr als ein Glas (3 dl) Bier oder Alkopop mit einem Alkoholgehalt von 5 Volumenprozent getrunken hat, lässt man das Auto stehen. Sowohl zur eigenen Sicherheit als auch derjenigen unserer Mitmenschen. Zudem kann das Fahren unter Alkoholeinfluss schnell einmal teuer werden. Was Strafen und Ausweisentzug anbelangt, kennt das Gesetz drei Schweregrade bei Fahren in angetrunkenem Zustand:
0,5 bis 0,79 Promille: Wer mit 0,5 bis 0,79 Promille ein Motorfahrzeug oder ein Sport- oder Freizeitschiff lenkt, erhält eine Verwarnung und eine Busse.
0,5 bis 0,79 Promille und Verstoss gegen die Strassenverkehrsvorschriften: Wer mit 0,5 bis 0,79 Promille fährt und gleichzeitig gegen das Strassenverkehrsgesetz verstösst, wird der Fahrausweis für mindestens einem Monat entzogen. Zusätzlich wird eine Geld- oder Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren ausgesprochen. Die Höhe der Busse / Geldstrafe richtet sich nach den finanziellen Verhältnissen der verurteilten Person.
0,8 Promille: Wer mit 0,8 Promille und mehr im Blut ein Motorfahrzeug lenkt, wird der Führerausweis für mindestens drei Monaten entzogen. Zusätzlich wird eine Geld- oder Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren ausgesprochen. Die Höhe der Busse / Geldstrafe richtet sich nach den finanziellen Verhältnissen der verurteilten Person. Des Weiteren wird der Verstoss im Strafregister eingetragen (Quelle: ch.ch) 
Versicherung kann Leistungen kürzen
Der drohende finanzielle Schaden beschränkt sich jedoch nicht nur auf Bussgelder. Passiert ein Unfall, muss zusätzlich mit einer eingeschränkten Kostenübernahme seitens der Autoversicherung gerechnet werden. Schlimmstenfalls kann die Versicherung Leistungen sogar verweigern. Das Fahren in alkoholisiertem Zustand gilt nämlich als grob fahrlässig. Noch gravierender können die Folgen des Fahrens in alkoholisiertem Zustand für den Autolenker bei verletzungsbedingten Kosten sein, z.B. durch die Kürzung von Geldleistungen wie Taggelder oder Invaliditätskosten, wie die Allianz Suisse in der Mitteilung weiter schreibt.
Link zum Text: Verkehrsunfälle in der Schweiz 2013