Allianz Risk Barometer: Risiken, die Unternehmen bewegen

Veröffentlicht am 24.01.2014.

Etwa 50 bis 70 Prozent aller versicherter Schäden im Allianz Sachgeschäft mit Unternehmen entstehen durch Betriebs- und Lieferkettenunterbrüche und machen sie zur Bedrohung Nummer 1 für Unternehmer weltweit sowie speziell in der Schweiz. Das ist ein Ergebnis aus dem aktuellen Allianz Risk Barometer, für den über 400 Allianz-Experten im Bereich Unternehmens-Versicherung in 33 Ländern befragt wurden. Insgesamt gab es 2013 laut Risk Barometer aufgrund von Betriebs- und Lieferkettenunterbrüchen Schäden in Höhe von 26 Milliarden US-Dollar. Naturkatastrophen verursachten weniger, aber insgesamt teurere Schadensfälle und standen für eine Schadenshöhe von rund 38 Milliarden US-Dollar (Quelle: Swiss Re). In Zukunft wird ebenfalls mit beiden Risiken zu rechnen sein: Laut Allianz Risk Barometer sind Betriebsunterbrüche und Naturkatastrophen auch 2014 die wichtigsten Risiken, mit denen sich Unternehmen Anfang 2014 auseinanderzusetzen haben.
Verzahnte Risiken bilden Herausforderungen
„Verzahnte Risiken und deren Auswirkungen zu identifizieren, hat für Risikomanager oberste Priorität,“ wird Axel Theis, CEO der Allianz Global Corporate & Speciality SE AGCS, in der Pressemitteilung zum Allianz Risk Barometer zitiert. Was mit verzahnten Risiken gemeint ist, machte er beispielhaft anhand einer Naturkatastrophe deutlich, die etwa zu Betriebsunterbrüchen, Systemversagen, Stromausfällen und einer Reihe weiterer Bedrohungen führen kann. So entstehen dann Schäden und nachfolgende Schäden, mit denen das Unternehmen umgehen muss. Neben den bisher genannten Risiken gibt es relativ neue, die laut Allianz auf dem Vormarsch sind. Reputationsrisiken lagen beim letzten Risk Barometer auf dem zehnten und liegen aktuell auf dem sechsten Platz der grössten Bedrohungen.
Auf Rang 8 liegt aktuell das Risiko „Cyberkriminalität“. Es lag zuvor auf Rang 15 und hat damit den grössten Sprung nach vorne gemacht. Die beiden Internetrisiken werden Unternehmen wohl in Zukunft ebenfalls weiter beschäftigen. Und auch solche Risiken treten bisweilen verzahnt auf. Speziell in Bezug auf Schweizer Unternehmen nennt Bruno Spicher, Leiter Sach- und Unternehmensversicherung bei der Allianz Suisse, als Beispiel dafür einen Reputationsverlust, der durch vorab aufgetretene Probleme wie einen „Diebstahl von Kundendaten, eine während längerer Zeit nicht erreichbare Unternehmens-Website oder ein Verfahren wegen Gesetzesverstössen“ entsteht.
Was Schweizer Unternehmen bewegt
International tätige kleine und mittelständische Unternehmen aus der Schweiz machen sich Sorgen wegen möglicher unvorhersehbarer Gesetzesänderungen in Export- oder Produktionsmärkten. Dieses Risiko liegt gemeinsam mit einem möglichen Reputationsverlust und Cyber-Risiken auf dem 3. Platz, berichtet Allianz Suisse. Die hohe Bedeutung, die diesem Risiko beigemessen wird, erstaunt nicht, urteilt der Versicherer, da sich „immer komplexer werdende Regelungen und manchmal rasche Gesetzesänderungen im Ausland“ schnell negativ auf die Geschäftstätigkeit auswirken. Und es gibt noch ein Risiko, das Schweizer Unternehmen fürchten: die Euro-Krise. Sie wird laut Allianz Suisse von 20% der Unternehmen in der Schweiz und in Österreich als eins der grössten Risiken gesehen, während sie in Deutschland und Frankreich von Unternehmen kaum als Gefahr wahrgenommen wird.
Versicherungsschutz prüfen
Studien wie das Allianz Risk Barometer sollten Unternehmen auch Anlass geben, den Versicherungsschutz kritisch zu prüfen, den sie besitzen, und diesen Schutz gegebenenfalls zu erweitern. Man kann natürlich nicht jedes Risiko absichern und muss stattdessen mit einem gewissen Risiko leben: Das gilt auch bei Unternehmen. Aber ein guter Versicherungsschutz kann zumindest ein Risiko, das über allem schwebt, bestenfalls deutlich reduzieren: das Risiko, durch mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit auftretende Schadensfälle in ernste Schwierigkeiten zu geraten.