Arbeitsmarkt Schweiz: Frauen verdienen 40 Prozent weniger als Männer

Veröffentlicht am 23.05.2011.

Trotz Gleichberechtigung in der Schweiz sind Frauen gegenüber Männer beim Lohn immer noch stark benachteiligt. Dabei hat sich die Diskriminierung in letzten Jahren noch verschärft.
«Geht es um Lohn, ist es verheerend, eine Frau zu sein», betont Paul Rechtsteiner, Präsident des Schweizerischen Gewerkschaftsbund (SGB) in einer Medienkonferenz. Und wie recht Rechtsteiner hat. Während Männer im Jahr 2008 pro Monat netto 6 247 Franken verdienten, mussten sich Frauen mit 3 745 Franken begnügen. Somit verdienten Frauen 41.7 Prozent weniger als Männer.
Rechststeiner sieht die Ursache für die hohen Lohnunterschiede darin, dass Frauen einen wesentlich grösseren Anteil als Männer an gesellschaftlich notwendiger und unbezahlter Arbeit leisten. Daher sind die Pensen von Frauen bei der Erwerbsarbeit immer noch kleiner als die der Männer.
Verheerende Folgen bei Trennung oder ScheidungDie negativen Auswirkungen von weniger Lohn machen sich vor allem bei einer Trennung oder einer Scheidung aus. Frauen arbeiten häufiger in tieferen Lohnbereichen als Männer. Rund 75 Prozent aller Tieflohnstellen werden von Frauen besetzt. In Betrieben haben Männer tendenziell die bessere berufliche Stellung.
Grosse LohnunterschiedeDie Lohnunterschiede zwischen Frauen und Männer sind immer noch gewaltig. Im Maschinenbau verdienen Frauen rund 14.2 Prozent weniger als Männer. Im Detailhandel beträgt der Lohnunterschied immer noch 11.1 Prozent und in der Lebensmittelindustrie gar 12.8 Prozent. Bei Banken und Versicherungen müssen Frauen mit einer Lohndiskriminierung von 8.7 Prozent leben. Bei Unternehmen im öffentlichen Verkehr sind die Unterschiede zwar weniger offensichtlich. Es besteht aber auch hier Handlungsbedarf. In der grafischen Industrie und in der Medienbranche liegen die Lohnunterschiede zwischen Mann und Frau bei durchschnittlich 22 Prozent.
Quelle: http://www.20min.ch