Autounfall und Alkohol: Versicherungen können Leistungen verweigern

Veröffentlicht am 07.08.2014.

Sommerzeit ist Grillzeit: Gemütlich mit Freunden zusammensitzen, ein gutes Stück Fleisch über der Glut brutzeln lassen und dazu ein kühles Bier oder ein Glas Wein geniessen. Am besten, man lässt an solchen Abenden das Auto zu Hause stehen. Ansonsten kann es schnell einmal teuer werden. Die Bussen bei Überschreiten der geltenden Promillegrenze sind hoch. Vorsicht im Ausland: Die Promillegrenzen können von Land zu Land variieren. Passiert ein Autounfall, kürzen zudem die meisten Versicherungen ihre Leistungen erheblich, wenn sich beim Lenker Alkohol im Blut nachweisen lässt.
Alkohol: Hauptursache von tödlichen Unfällen
„Fahren unter Einfluss von Alkohol ist eines der grössten Probleme für die Verkehrssicherheit“, schreibt das Bundesamt für Unfallverhütung (bfu) in einer Broschüre. Seit Einführung der Promillegrenze von 0.5 im Jahr 2005 haben die schweren Verkehrsunfälle zwar abgenommen. Jedoch forderten Strassenverkehrsdelikte 2012 mit 301 Fällen immer noch am meisten Todesopfer, 49 (gut 16 Prozent) davon entstanden durch Alkoholeinfluss. Gemäss der Publikation „Strassenverkehrsdelinquenz und Alkohol“ des Bundesamtes für Statistik (bfs) ist Alkohol nach wie vor die Hauptursache von Unfällen mit tödlichem Ausgang. Bereits ein normal grosses alkoholisches Getränk (beispielsweise 3 Deziliter Bier, 1 Deziliter Wein oder 2 Centiliter Schnaps) beeinträchtigt unsere Wahrnehmung, Konzentration und Reaktion. Zudem steigt die Risikobereitschaft und die Urteilsfähigkeit nimmt ab. 
Promillegrenze: Vorsicht im Ausland 
Ein normal grosses alkoholisches Getränk führt bei einem Erwachsenen zu einem Promillewert von etwa 0,2 bis 0,3. Bereits mit zwei Gläsern kann der in der Schweiz gesetzlich vorgeschriebene Grenzwert von 0,5 Promille überschritten sein. Vorsicht während der Ferienzeit: Im Ausland gelten manchmal andere Grenzwerte.  In den meisten direkten Nachbarländern der Schweiz hat der Gesetzgeber den Blutalkoholgrenzwert auf 0.5 Promille festgelegt. In Liechtenstein aber beispielsweise liegt der Höchstwert jedoch bei 0.8 und in Österreich bei <0.5, also 0.49 Promille. In Norwegen und Schweden, aber auch in Polen und Estland gelten 0.2 Promille als Maximum. In den meisten osteuropäischen Ländern ist jedoch kein Schluck erlaubt, denn dort gilt die 0.0-Promillegrenze, wie der TCS in einer Pressemitteilung schreibt.
Unfälle unter Alkoholeinfluss: Grobfahrlässigkeit
Durch Alkoholeinfluss entstehen nicht nur mehr Unfälle – diese werden auch erheblich teurer für die Beteiligten, die getrunken haben. Bei einem Unfall greifen normalerweise zuerst einmal die Unfallversicherung und/oder die Haftpflichtversicherung. Diese Leistungen können jedoch von der Versicherung zurückgefordert werden, wenn der Unfallverursacher nachweislich grob verschuldet hat, wie fiaz.ch schreibt. Wer in alkoholisiertem Zustand einen Autounfall verursacht, erfüllt grundsätzlich den Tatbestand der <a href="http://www.rechtsschutz-versicherungen.ch/news/mude-fahren-grobfahrlassigkeit-ja-oder-nein-01000694/ - - Grobfahrlässigkeitspan style="color:blue"Grobfahrlässigkeit/span" target="_blank">.
Auch auf die Rechtsschutzversicherung muss in einem solchen Fall verzichtet werden. Rechtsschutzversicherungen schliessen in der Regel eine Kostenübernahme bei festgestelltem (eventual-)vorsätzlichen Handeln (d.h. bei Inkaufnahme, nach dem Alkoholkonsum voraussichtlich ein Fahrzeug zu führen) aus.
In jeglicher Hinsicht ist es also am besten, man hält sich an das Motto: „Drink or Drive“ – lässt man das Auto stehen, kann man sich beim sommerlichen Grillfest auch einmal ein Bier mehr gönnen.
Link zum Text: Publikation - Strassenverkehrsdelinquenz und Alkohol