Boomender Immobilienmarkt birgt auch Risiken

Veröffentlicht am 21.05.2011.

Der Immobilienmarkt in der Schweiz boomt zurzeit wie seit langen nicht mehr. Nach einem neu lancierten Index der Grossbank UBS befindet sich der Schweizer Immobilienmarkt aber nicht in einer Blase wie 2009 in Amerika. Es gibt aber gewisse Risikoregionen, insbesondere am Zürich- und Genfersee.
Nach dem Index der UBS sind momentan die Risiken für eine Immobilienblase in den Regionen Zürich, Genf und Lausanne am höchsten. Auch die Agglomerationsregionen von Zug sowie am Zürichsee in den Regionen Pfannenstil, March und Zimmerberg sowie am Genfersee in Vevey und Nyon sind von grösseren Risiken betroffen. In Davos, wo die Immobilienpreise in letzter Zeit stark gestiegen sind, werden von den Experten der Bank UBS ebenfalls gelistet. Speziell beobachtet wir in nächster Zeit der Immobilienmarkt im Limmattal, im Oberengadin und in Morges. In diesen Regionen haben sich die Immopreise in den letzen zehn Jahre teilweise verdoppelt.
Sechs Komponenten zur Berechnung des IndexesDer Index der UBS basiert auf folgenden sechs Komponenten: Verhältnis von Kauf- zu Mietpreisen, Verhältnis von Hauspreisen zu Haushaltseinkommen, Entwicklung von Hauspreisen zur Inflation, Verhältnis von Hypothekarverschuldung zum Einkommen, Verhältnis von Bautätigkeit zum Bruttoinlandprodukt und den Anteil von UBS-Kunden gestellten Kreditanträgen für Wohnrendite-Liegenschaften.
Alles, was beim Index über 1 ist, wird als riskant gewertet. Der Höchstwert liegt bei 2.5 und wurde im Jahr 1990 auf dem Höhepunkt der schweizerischen Immobilienblase notiert. Mit dem Index wurde 1982 begonnen.
Experten rufen zur Vorsicht aufDie UBS-Experten rufen mit Blick auf die steigenden Eigenheimpreise in der Schweiz zur Vorsicht auf. Denn Immobilienblasen stellen ein substanzielles Risiko für ganze Volkswirtschaften dar, wie die USA, Spanien, Irland und andere EU-Länder in jüngster Vergangenheit erfahren mussten.
Für den Aufschwung des Immobilienmarkts in der Schweiz sind vor allem die seit Jahren tiefen Zinsen und das Bevölkerungswachstum im Zusammenhang mit der Personenfreizügigkeit der EU verantwortlich.
Auch die Schweizerische Nationalbank SNB hat schon mehrmals vor einer Blase gewarnt. Daher verfolgt die SNB die Vergabepraxen der Banken genau, damit nicht Hypotheken an Kunden vergeben werden, die bei steigenden Zinsen ihre Raten nicht mehr bezahlen können.
Seit der letzen Finanzkrise im Jahr 2009 liegt der Leitzins der SNB auf Rekordtief. Ökonomen gehen davon aus, dass die SNB den Leitzins im Juni nicht wie angekündigt erhöht. Denn so würde sich der rekordteure Franken gegenüber dem Euro und Dollar weiter aufwerten, was wiederum schlecht für die Exportwirtschaft wäre.
Quelle: http://www.tagesanzeiger.ch