Crashtest: Hunde im Auto - Hundebox ist am sichersten

Veröffentlicht am 15.08.2014.

Manche Hunden mögen es, manche weniger: Einen kurzen oder längeren Ausflug im Auto. Freude hin oder her, wichtig ist es auf jeden Fall, dass der Vierbeiner richtig transportiert wird. Bezüglich des Transportes von Haustieren im Auto gibt es nämlich bestimmte gesetzliche Vorschriften. Bezüglich der Sicherungsmöglichkeiten gibt es grosse Unterschiede: Nicht alle Vorrichtungen sichern die Hunde optimal.
Transport: Eine Sondersituation für den Hund
Wie gross die Belastung eines Transportes für das Tier ist, hängt von verschiedenen Faktoren wie Tierart, Rasse oder Gesundheitszustand ab. Zudem spielt es eine grosse Rolle, ob der Hund schon als junges Tier an den Transport im Auto gewöhnt wurde.
Crashtest: Transport auf dem Rücksitz kann töglich enden
Für die Sicherung des Hundes im Auto gibt es verschiedene Möglichkeiten. Eine davon ist der Transport auf dem Rücksitz – davon ist jedoch abzuraten, wie ein neuer Crashtest des Allianz Zentrum für Technik zeigt. Wird nämlich das Auto abrupt gestoppt, kann sich ein ungesichertes Tier schon bei niedrigem Tempo erheblich verletzen, möglicherweise mit schlimmen Folgen auch für die Insassen. Der Vierbeiner sollte also unbedingt gesichert werden. Dies kann durch einen Sicherheitsgurt, Drahtgitterboxen, Hundetrenngitter oder eine Hundebox geschehen.
Verschiedene Sicherheitsvorrichtungen im Test
Das Allianz Zentrum für Technik hat Autounfälle mit Hundedummys simuliert und die verschiedenen Sicherheitsvorrichtungen getestet. Das Resultat: Wer seinen Hund im Auto mitführen will, ohne sich und das Tier zu gefährden, kommt um eine Metallbox kaum herum, wie die Versicherung in einer Pressemitteilung schreibt.
Hundesicherheitsgurte sind nur für Hunde geeignet, die nicht schwerer sind als zwölf Kilo. Im Crashtest wurde ein sieben Kilo schwerer Dummy vom Gurt zwar sicher gehalten, berührte jedoch den Vordersitz.
Einfache Drahtgitterboxen stellen keine bessere Lösung dar. Die Gitter können sich bei einem Unfall verbiegen und den Hund zusätzlich gefährden. Hundetrenngitter, die an den Kopfstützen befestigt oder in den Laderaumboden gesteckt werden, verformen sich bei einem Unfall sehr stark und lösen sich aus der Verankerung. Mehr Schutz können engmaschige Trenngitter bieten, die fest mit der Fahrzeugkarosserie verbunden sind. Allerdings darf der Hund keine zu grosse Bewegungsfreiheit haben, da er sonst gegen das Gitter geschleudert wird.
Die sicherste Transportvariante ist aus Sicht der Experten eine Hundebox aus Metall (Alu oder Stahl). Die Box muss im Auto stabil verankert sein, wenn immer möglich im Laderaum. Nicht zu empfehlen sind Hundeboxen, die man auf dem Rücksitz festschnallen kann. Je nach Unfallschwere können solche Boxen zersplittern. Auf jeden Fall sollte die Box gross genug sein. Die Tierschutzverordnung schreibt vor: „Transportbehälter müssen so geräumig sein, dass die Tiere in normaler Körperhaltung transportiert werden können“ (TschV Art. 167d). Die Box darf jedoch nicht zu gross sein: Hat das Tier zu viel Platz, ist es ungenügend in die Bewegung des Fahrzeugs eingebunden, und bei einem Unfall steigt die Verletzungsgefahr.
Gesetzliche Vorschriften
Eine optimale Sicherung des Haustieres dient nicht nur dessen Schutz, sondern auch der Sicherheit des Fahrers und der anderen Verkehrsteilnehmer. Ist der Hund nicht richtig gesichert, kann der Fahrer durch diesen gestört werden. Dies muss gemäss des Strassenverkehrsgesetzes zwingend vermieden werden: „Der Führer hat dafür zu sorgen, dass er weder durch die Ladung noch auf andere Weise behindert wird. Mitfahrende dürfen ihn nicht stören oder behindern“ (SVG Art. 31).
Versicherung kann Leistugen kürzen
Passiert ein Unfall mit einem nicht richtig gesicherten Hund, kann es schnell einmal teuer werden: Die Versicherung des Fahrers kann nämlich Leistungen kürzen. Dass die Tierversicherung die Kosten in einem solchen Fall übernimmt, kann zudem auch nicht garantiert werden.
Links zum Text: Strassenverkehrsgesetz, Tierschutzverordnung