Die Gesundheitskosten steigen nur noch gebremst

Veröffentlicht am 03.09.2011.

Das Bundesamt für Gesundheit (BAG) hat die Kostenentwicklung des Gesundheitswesens in der Schweiz in einem Monitoring ermittelt. Dabei wurden die bezahlten Rechnungen vor Abzug der Kostenbeteiligung von 99 Prozent der Krankenversicherung in der Schweiz berücksichtigt. Die Ergebnisse des Monitorings lassen im Vergleich zu den Vorjahren ein deutlich geringeres Wachstum erkennen.

Seit der Einführung des Krankenversicherungsgesetzes in der Schweiz im Jahr 1996 sind die Gesundheitskosten durchschnittlich um 4,3 Prozent pro Jahr gestiegen. 2010 betrug der Anstieg nur noch 1,9 Prozent. Dieser verhältnismäßig geringe Anstieg im letzten Jahr sei ein Erfolg der Kosten dämpfenden Massnahmen im Gesundheitssektor, urteilt das BAG. Das Bundesamt hat auch Zahlen für das erste Halbjahr 2011 vorgelegt. Demnach stiegen die Kosten im ambulanten Spitalbereich um 4,6 Prozent. Die Laborausgaben verzeichnen einen Anstieg von 7,7 Prozent, die für ärztliche Behandlungen gingen um 2,7 Prozent nach oben, die für Physiotherapie um 3,6 und die für die Spitex um 2,2 Prozent. Auch sinkende Zahlen konnte das Gesundheitswesen in der Schweiz verbuchen. Die Kosten für Spitalaufenthalte fielen um 0,9 Prozent, die für Medikamente um 4,3 und für Pflegeheime um 6,5 Prozent. Bei den Kosten für die Unterbringung in Pflegeheimen werden die Zahlen im zweiten Halbjahr nach unten korrigiert, da die neue Pflegefinanzierung erst dann greifen wird. Durch sie wird es bei der Rechnungsstellung zu Verzögerungen kommen.

Weitere Kosten der Krankenversicherung in der Schweiz können laut BAG nur mit Reformen gesenkt werden. Zu den notwendigen Reformen gehört für das Bundesamt die Einführung einer Spitalfinanzierung über Fallpauschalen. Bisher wollen die Spitäler diese Neuerungen allerdings nicht umsetzen. Es wird die Aufgabe des Schweizer Gesundheitsministers Didier Burkhalter sein, hier eine für alle Beteiligten akzeptable Lösung zu finden. Die Managed-Care-Vorlage und das Präventionsgesetz sind weitere Sparmaßnahmen, die dabei helfen sollen, die Kosten des Gesundheitswesens Schweiz zu senken. Gruppenpraxen, die im Rahmen eines integrierten Versorgungsnetzes eingeführt werden, sind eine der Grundideen des in der Schweiz geplanten Managed Care – Systems, dass das medizinische Versorgungssystem des Landes durch systematische Steuerung effizienter und qualitativ hochwertiger machen soll. Geplant sind in der Schweiz zusätzlich ein nationales Institut zur Qualitätssicherung, ein nationales Krebsregister und ein elektronisch funktionierendes Patientendossier.