Für Schweizer Frauen ist Altersvorsorge besonders wichtig

Veröffentlicht am 15.03.2015.

Frauen in Europa erhalten im Durchschnitt deutlich weniger Rente als Männer. Darauf hat jüngst der Versicherer Allianz Suisse hingewiesen. In einer Pressemitteilung anlässlich des Weltfrauentags präsentierte er Zahlen aus Ländern der Europäischen Union sowie aus der Schweiz, wo die Rente der Frauen im Durchschnitt über 40% geringer als die der Männer ist. Frauen sollten sich daher noch dringender als Männer frühzeitig Gedanken um eine gute Spartipps für die Vorsorge.
Rentenunterschiede zwischen Männer und Frauen in Europa
In der Mitteilung zum Weltfrauentag am 8. März analysierte die Allianz die Situation der heutigen und künftigen Rentnerinnen in Europa auf Basis einiger Zahlen von Eurostat. Verglichen wurde dabei die durchschnittliche Rentenhöhe der Frauen mit der der Männer im jeweiligen Land. Die geringsten Unterschiede bestehen laut Vergleich in Estland. Die Rente der Frauen ist dort weniger als 5% geringer als die der Männer. Einen Unterschied von weniger als 10% verzeichnen die Länder Slowakei und Lettland.
Der durchschnittliche Unterschied im 27-Staaten-EU-Europa liegt bei knapp unter 40%, während sich die Länder Niederlande und Grossbritannien sowie Deutschland (44%) und Luxemburg (47%) an oder über der 40-Prozent-Marke befinden. Allerdings ist sich das Deutsche Institut für Altersvorsorge (DIA) sicher, dass sich die Rentenverhältnisse für Frauen in Deutschland in den kommenden Jahrzehnten verbessern. Das DIA schätzt, dass 70 bis 80% der „heute unter 40-jährigen Frauen im Wesentlichen genauso gut gestellt sein werden wie Männer, wenn sie in Rente gehen“, schreibt Allianz Suisse in seiner Mitteilung.
Frauen und Männer: Statistiken aus der Schweiz
Bei Schweizerinnen, die heute Rente beziehen, waren die Altersguthaben bei Frauen laut Angaben des Bundesamts für Statistik (BFS) 2012 durchschnittlich 42% niedriger als bei Männern, schreibt der Versicherer. Das Bundesamt für Statistik liefert noch weitere interessante Zahlen zum Thema, die Mutmassungen zulassen, wie die Rente von Schweizer Frauen in Zukunft aussehen könnte.
So präsentiert es in seinen internationalen Vergleichen Schweizer Zahlen aus 2011 für das geschlechtspezifische Verdienstgefälle in Industrie, Baugewerbe und Dienstleistungen. Es lag in der Schweiz damals bei 17,9%. In der Europäischen Union mit 27 Staaten verdienten Frauen in den oben genannten Bereichen dagegen durchschnittlich nur 16,7% weniger als Männer. Die grössten Unterschiede gab es damals mit 27,3% in Estland, das jedoch bei den Renten zuletzt besonders geringe Unterschiede aufwies.
Und noch eine Zahl: 74,4% der Schweizer Frauen im erwerbsfähigen Alter (15-64 Jahre) haben 2013 gearbeitet. Damit lag die Schweiz nicht nur deutlich über dem EU-Durchschnitt von 58,9%, sondern war Spitzenreiter aller europäischen Länder im Vergleich. Der Zweitplatzierte war Schweden mit 72,5%, während die Quote in Griechenland mit 39,9% besonders niedrig gewesen ist. 
Tipps zum Vorsorgesparen für Schweizerinnen
Allianz Suisse präsentierte in der Allianz Pressemitteilung auch diverse Tipps für Frauen, wie man richtiges Vorsorgesparen angeht. Die Versicherung rät dazu, sich zunächst einen konkreten Überblick über Einnahmen und Ausgaben zu verschaffen, um festzulegen, wie viel man monatlich sparen kann. Wichtig ist dabei, ein regelmässiges und möglichst frühes beginnendes Sparen zu planen. Der Versicherer publiziert dazu den Vorschlag des Verhaltensökonom Shlomo Benartzi, zu „Beginn des Berufslebens 4 Prozent des Gehalts zu sparen und diesen Beitrag in Jahresschritten um 2 Prozent zu erhöhen, bis 10 Prozent des Gehaltes gespart werden“. „Die Hälfte einer Gehaltserhöhung sollte ebenfalls in die Altersvorsorge fliessen“, zitiert Allianz Suisse Benartzis Vorschläge weiter.
Fühlt man sich bei Themen aus dem Bereich Finanzen unsicher, ist der Weg zur Verbraucherberatung oder zu einem Finanzberater oft eine gute Wahl, rät Allianz Suisse. Zudem sollte man seine Arbeitskraft absichern, weil sie die Grundlage für ein regelmässiges Einkommen ist. Nicht zuletzt sollten sich Frauen stets bewusst sein, dass die Vorsorge für den Pflegefall bei ihnen tendenziell noch wichtiger als bei Männern ist, weil sie im Durchschnitt älter werden.
Link zum Text: Gleichstellung von Frau und Mann - internationale Vergleiche