Gartenarbeit: Viele Unfälle können vermieden werden

Veröffentlicht am 16.04.2015.

Die Beschäftigung mit den Pflanzen im eigenen Garten kann ein guter Ausgleich zum Arbeitsalltag sein. Viele Hobbygärtner geniessen die Zeit draussen in der Sonne und können bei der Beschäftigung mit den Pflanzen vom hektischen Alltag abschalten. Aber auch bei der Gartenarbeit lauern gewisse Gefahren. Die meisten Unfälle passieren bekanntlich zu Hause. Zwar greift die Versicherung. Die Unfallversicherung ist zwar obligatorisch, in bestimmten Fällen ist man aber leider nicht versichert.

Tipps für die Gartenarbeit

Die Gartenarbeit sollte nicht unterschätzt werden. Immerhin hantiert man mit verschiedenen Geräten, die ein gewisses Risiko für Verletzungen bergen. Für viele Hobbygärtner gehören eine Heckenschere, Säge, Axt oder ein Rasenmäher zur Grundausstattung. Durch den Umgang mit diesen Geräten ereignen sich jährlich zahlreiche Unfälle. Solche Verletzungen können vermieden werden, indem man ein paar Tipps befolgt. Folgende Grundregeln der Beratungsstelle für Unfallverhütung (bfu) sollten beachtet werden:

  • Standsichere Leiter: Um Bäume und Sträucher zu schneiden, sollte eine standsichere Leiter verwendet werden, die an einem Ast festgebunden ist.
  • Geeignetes Schuhwerk und Arbeitshandschuhe: Dies sind unabdingbare Voraussetzungen für die Arbeit im Garten. So können Hautverletzungen vermieden werden. 
  • Biologische Mittel: Dadurch wird das Risiko von Giftunfällen und Hautverätzungen vermindert. Zudem sind sie ökologisch sinnvoll. Ätzende Gartenchemikalien nur mit Handschuhen, Schutzbrille und Atemschutzmaske verwenden.
  • Elektrische Geräte: Rasenmäher, Heckenschere oder Komposthäcksler strikt nach Betriebsanleitung verwenden und nur von einer Fachperson reparieren lassen.
  • Steckdosen: Diese müssen gemäss den Electro-Suisse-Normen fehlerstromgeschützt sein.

Nichtberufsunfälle: Mehr als die Hälfte ereignet sich zu Hause
Diese Regeln vermindern das Risiko eines Unfalls zwar erheblich, Verletzungen können aber nie ganz ausgeschlossen werden. Gemäss der Hochrechnung der Nichtberufsunfälle in der Schweiz, die das bfu Anfang dieses Jahres aktualisiert hat, wurden im Jahr 2010 über eine Million Personen verletzt. Mehr als die Hälfte aller Unfälle mit Verletzten ereignete sich im Bereich Haus und Freizeit (53 Prozent). Zum Vergleich: 40 Prozent solcher Unfälle passierten beim Sport und acht Prozent im Strassenverkehr.

Welche Versicherung übernimmt die Kosten?

Bei Nichtberufsunfällen greift normalerweise die obligatorische Unfallversicherung. „Obligatorisch versichert sind nach diesem Gesetz die in der Schweiz beschäftigten Arbeitnehmer, einschliesslich der Heimarbeiter, Lehrlinge, Praktikanten, Volontäre sowie der in Lehr- oder Invalidenwerkstätten tätigen Personen“ heisst es im Bundesgesetz über die Unfallversicherung (UVG) Art. 1a. Nicht versichert sind Arbeitnehmende, deren wöchentliche Arbeitszeit bei einem Arbeitgeber nicht mindestens acht Stunden beträgt. Diese sind nur gegen Berufsunfälle und Berufskrankheiten, nicht aber gegen Nichtberufsunfälle versichert. In solchen Fällen sollte man unbedingt eine private Unfallversicherung besitzen, damit die schönen Dinge des Lebens, wie beispielsweise die Arbeit im Garten, nicht plötzlich teuer werden.

Links zum Text: Bundesgesetz über die Unfallversicherung