Griechenland vorübergehend vor Staatspleite gerettet

Veröffentlicht am 30.05.2011.

Aufatmen in Griechenland: Das kurz vor der Staatspleite gestandene EU-Land scheint vorerst aus dem Schneider zu sein. Es erhält die schon längst benötigte Finanzspritze in der Höhe von zwölf Milliarden Euro.
Nach einem Treffen des Eurogruppenchefs Jean-Claude Juncker mit Athens Premierminister in Luxemburg sind die Voraussetzungen für weitere Finanzhilfen geschaffen, da sich der Privatsektor von Griechenland freiwillig am Sparpaket des Landes beteiligt.
„Es ist klar, dass es kein Ausscheiden Griechenlands aus der Eurozone geben wird. Es wird keine Pleite geben.“ Diese Worte stammen von Juncker und dieser meinte weiter: „Das Land werde in der Lage sein, vollständig seinen Verpflichtungen nachzukommen.“
Positives Urteil von EU, IWF und EZBGrund für die Zahlung der benötigten zwölf Milliarden Euro ist das positive Urteil, das die sogenannte Troika aus EU, Internationalem Währungsfonds (IWF) und Europäischer Zentralbank (EZB) über die jüngsten Sparbemühungen Griechenlands abgaben. Dies galt eigentlich als Voraussetzung für die Milliarden Teilzahlung. Insgesamt wurde vor einem Jahr ein Rettungspaket in der Höhe von 110 Milliarden Euro ausgehandelt.
Auf diesen Entscheid wartete Griechenland mit grösster Anspannung. Ansonsten hätte dem einst stolzen Land durch die Zahlungsunfähigkeit der Staatsbankrott gedroht.
Die EU, der IWF und die EZB bezeichnen die Fortschritte von Griechenland im ersten Jahr als sehr signifikant betreffend ihres Sparprogramms. Gleichzeitig werden aber weitere Anstrengungen bei der Sanierung der Staatsfinanzen angemahnt.
Griechenland will bis 2015 78 Milliarden Euro sparenWie Juncker mitteilt, habe er nicht alle Details des Troika-Berichts geprüft. Man habe über strukturelle Reformen und Haushaltsziele gesprochen. So will Griechenland einen Privatisierungsfonds einrichten und Juncker ist überzeugt, dass alle Ziele rasch umgesetzt werden.
Juncker betont weiterhin, dass man bereit ist, unter gewissen Bedienungen weitere Finanzhilfen für Griechenland zur Verfügung zu stellen: „Diese Bedingungen werden beinhalten, dass der private Sektor auf freiwilliger Basis beteiligt wird.“ Über konkrete Summen und das Vorgehen ist aber noch nichts bekannt.
Den Griechen ist es wohl ziemlich ernst und sie haben sich ein hohes Ziel gesetzt: Bis 2015 wollen sie 78 Milliarden Euro sparen. 50 Milliarden davon sollen durch den Verkauf von Staatsimmobilien und die Privatisierung staatlicher Unternehmen in die Staatskasse fliessen.
Das Finanzministerium in Athen hat für dieses Jahr Einsparungen von 6.4 Milliarden Euro gutgeheissen. Dies soll unter anderem mit Lohnkürzungen von Staatsangestellten erreicht werden. Eine weitere Sanktion ist die Erhöhung der Mehrwertsteuer. Wie das Ganze im Detail aussieht, diskutieren die Euro-Finanzminister am 20. Juni 2011.
Quelle: http://www.20min.ch