Grosse Unterschiede bei Preisen von Tierärzten

Veröffentlicht am 25.11.2013.

Die Kosten der medizinischen Tierbehandlung in der Schweiz können immens unterschiedlich sein, abhängig vom Tierarzt, den man aufsucht. Die Gesellschaft Schweizer Tierärzte engagiert sich jetzt dafür, das möglicherweise durch eine standardisierte Leistungsliste zu ändern. Das berichtet das Magazin Espresso des Schweizer Radio und Fernsehens (SRF). Für Kunden von Tierärzten könnte solch eine Liste mehr Transparenz bei den Tierarztkosten bedeuten.

Preisunterschiede sind immens

Vergleicht man etwa die Preise für die Kastration von Katern, findet man Preise zwischen 64 und 150 Franken, berichtet das Magazin Espresso. Das bedeutet: Der Preis für ein- und dieselbe Behandlung kann doppelt so teuer werden, abhängig unter anderem vom jeweiligen Arzt und von der konkret zur Behandlung angewendeten Methode. Geht es nach dem Willen der Schweizer Gesellschaft für Tierärztinnen und Tierärzte, wird das demnächst anders. Laut SRF möchte sich die Gesellschaft Schweizer Tierärzte mit der Wettbewerbskommission WEKO an einen Tisch setzen, um die Möglichkeiten einer standardisierten Leistungsliste zu diskutieren, durch die für tierärztliche Behandlungen ein fester preislicher Rahmen festgelegt wird. Tierhalter könnten sich dann, unabhängig vom konsultierten Tierarzt, in etwa ausrechnen, mit welchen Kosten sie bei welcher Behandlung zu rechnen haben. Ob die Standardliste kommt, ist aber offen.

Die geplante Standardliste kann durchaus scheitern

Die WEKO hat die Tierärzte schon einmal zurückgebunden und ihre Tarifempfehlungen als verbotene Preisabsprachen taxiert“, berichtet das SRF. Es gibt also keineswegs nur Freunde einer Standardliste. Tatsächlich kann man die jetzige Situation mit ihren immensen Preisunterschieden auch als eine Konkurrenzsituation sehen, durch die sich die Tierarztpreise vorteilhaft für den Kunden mit seinem Haustier entwickeln. Die Konkurrenz zwischen Tierärzten und die damit verbundene Preisentwicklung dürfte jedoch regional sehr unterschiedlich und abhängig davon sein, wo der Tierbesitzer wohnt und wie viele Tierärzte in gut erreichbarer Nähe zu ihm praktizieren. Eine standardisierte Liste könnte deshalb eventuell für mehr Gerechtigkeit sorgen.

Solange die Liste nicht existiert, sollten Tierbesitzer, die noch keinen guten Tierarzt gefunden haben, die Ärzte in ihrer Region miteinander vergleichen, bevor sie sich für einen entscheiden, und zwar in Bezug auf Kompetenz, Freundlichkeit und einen guten Umgang mit dem Tier, aber auch in Bezug auf den Preis der Behandlung. Das Tierrechtportal „Tierrecht.ch“ rät Tierhaltern dazu, bereits vor einer Behandlung mit dem jeweiligen Tierarzt über die Kosten sowie Umfang, Risiken und Erfolgsaussichten der geplanten Behandlung zu sprechen.

Kommt es nach einer Behandlung zum Streit über die Höhe des Honorars, ist das Gespräch zwischen dem Tierhalter und dem Tierarzt die erste Stufe, auf der der Konflikt gelöst werden kann. Gelingt hier keine Einigung, kann man eventuell die Gesellschaft Schweizerischer Tierärzte GST als einen Vermittler einschalten, der bestenfalls zu einer gütlichen Einigung beiträgt. „Sollte auch dann keine Einigung erzielt werden oder ist ein Tierarzt nicht GST-Mitglied, bleibt zu prüfen, ob sich ein Gerichtsverfahren lohnt“, heisst es auf Tierrecht.ch. Dort wird der Sinn eines Gerichtsverfahrens aber zugleich angezweifelt. Geht es um einen Streitwert von weniger als 10,.000 Franken, stehen Aufwand und Ertrag eines Zivilprozesses im Missverhältnis, heisst es. Tierrecht.ch weist zugleich darauf hin, dass auch Friedensrichter manche Honorar-Forderungen beurteilen können, sodass weniger aufwändige Verfahren nötig sind

Zwei Versicherungen werden eventuell wichtig

Zwei Versicherungen können rund um Behandlungskosten für ein Tier wichtig werden. Einerseits sollte man überlegen, ob man nicht eine Rechtsschutzversicherung helfen. Sie bietet unter anderem eine Rechtsberatung, durch die sich beispielsweise qualifiziert beurteilen lässt, ob der Weg vor Gericht Sinn macht oder nicht.