Grübel tritt wegen unautorisierter Handelsgeschäfte bei UBS zurück

Veröffentlicht am 01.10.2011.

Oswald Grübel ist nicht mehr Vorstandsvorsitzender der UBS AG. Am Samstag, den 24. September nahm der Verwaltungsrat seinen Antrag auf Rücktritt an. Man habe versucht, Grübel von einem sofortigen Rücktritt abzuhalten, sagte UBS-Verwaltungsrat Kaspar Villiger gegenüber der NZZ. Gebracht hat das wenig! Interims-Nachfolger von Grübel ist der 51-jährige Sergio Ermotti. Ihn hält Villiger auch für einen aussichtsreichen Kandidaten bei der Frage, wer definitiver Nachfolger Grübels wird.
Grübel habe es als seine Pflicht angesehen, „für den kürzlichen Vorfall im Zusammenhang mit dem unautorisierten Handel die Verantwortung zu übernehmen“, heisst es weiter. Oswald Grübel wird durch seine Entscheidung keine Abfindung, sondern nur sechs Monatsgehälter erhalten. Wir rekapitulieren nochmals: Die UBS teilte der Öffentlichkeit am fünfzehnten September mit, dass unbewilligte Handelsgeschäfte in der Investmentbank der UBS AG aufgedeckt worden waren. Durch diese Geschäfte sei ein Verlust von 2,3 Milliarden US-Dollar entstanden, was aktuell etwa 2,1 Milliarden Schweizer Franken entspricht. Für den Verwaltungsrat von UBS kam es nach eigenen Angaben überraschend, dass ein einzelner Händler einen derart hohen Schaden anrichten konnte. Kundenpositionen sollen, so die UBS mehrfach, nicht betroffen sein. Für die UBS AG bedeutet der Handel allerdings möglicherweise ein Abrutschen in die Verlustzone im dritten Quartal 2011; auch eine abgesenkte Bonitätsstufe ist denkbar.
UBS handelt, muss handeln, um die Vertrauensverluste durch den unautorisierten Handel möglichst gering zu halten. Das Investmentbanking der UBS soll zukünftig schrumpfen. Laut Bericht von UBS sollen die durch den Handel entstandenen Risiken mittlerweile abgedeckt sein. Das Aktiengeschäft laufe innerhalb vormals definierter Risikolimits normal weiter, heisst es weiter. Der Händler, der das unautorisierte Geschäft verantwortete, ist inzwischen wegen Betrugs und Missbrauchs seiner Stellung angeklagt worden. Die Untersuchungen der UBS zum Fall sind damit wohl noch nicht beendet.