Gute Sache? Vorbezug aus Säule 3a für Selbstständigkeit!

Veröffentlicht am 15.07.2013.

Wer in die Selbstständigkeit wechselt, braucht in der Regel Startkapital, das im Extremfall komplett aus eigenem Geld oder aber aus Krediten besteht. Meistens setzt sich die gesamte Finanzierung jedoch aus einem Mix zusammen, bei dem bisweilen auch Gelder aus der Vorsorgesäule 3a verwendet werden. Das ist möglich, weil der Wechsel in die Selbstständigkeit zu den Situationen gehört, in denen man auch abseits eines sich anbahnenden Endes der beruflichen Laufbahn auf die Gelder aus dieser Säule der Altersvorsorge zurückgreifen kann. Für den Vorbezug von Geldern aus der Säule 3a sollte man sich aber nur mit Bedacht entscheiden. Man erhält zwar Geld für seine geschäftlichen Pläne, muss aber seine Altersvorsorge neu regeln. Vergessen sollte man diese Neuregelung nicht!
Selbstständigkeit finanzieren - Geld aus der Säule 3a
Es gibt nur relativ wenige akzeptierte Gründe für einen vorzeitigen Bezug von Geld aus der Altersvorsorgesäule 3a. Einer dieser Gründe ist der Wechsel in die Selbstständigkeit. Arbeitnehmer, die fortan einen eigenen Betrieb leiten möchten, können also ihr Geld aus der Säule 3a zur Finanzierung der ersten Schritte in die Selbstständigkeit nutzen. Bei solch einem Wechsel ist die ansonsten obligatorische berufliche Vorsorge nämlich keine Pflicht mehr. Neben diesem Grund werden noch einige andere für einen Vorbezug von Geld aus der Säule 3a akzeptiert: etwa der Erwerb von Wohneigentum oder der definitive Wegzug aus der Schweiz.
Vor- und Nachteile eines Vorbezugs vor Selbstständigkeit
Der wahrscheinlich grösste Vorteil eines Vorbezugs von Geld aus der Säule 3a für die ersten Schritte in die Selbstständigkeit: Man erhöht das zur Verfügung stehende Eigenkapital, was auch die Zinsbelastung für Fremdkapital verringert. Allerdings muss man sich bewusst sein, dass a) dieser Bezug von Geldern aus der Säule 3a versteuert werden muss und dass b) man die Altersvorsorge neu organisieren sollte. Bevor man Gelder aus der Säule 3a für seine Selbstständigkeit einsetzt, sollte man sich zudem bewusst sein: Auch wenn man sich den Erfolg seiner künftigen Selbstständigkeit sehr wünscht, muss dieser Erfolg nicht eintreffen. Man sollte natürlich genau planen, was man tut, um das Risiko eines Scheiterns zu minimieren. Auf 0 senkt man es jedoch nie und wenn das eigene Geschäft scheitert, sollte die Altersvorsorge nicht zum Riesenproblem werden. Beachten sollte man auch: Selbst wenn sich das eigene Geschäft etabliert, muss es nicht zwangsläufig so gut laufen, dass jede Sorge um Altersvorsorge komplett unnötig wird. Ignorieren sollte man Altersvorsorge aber auch Selbstständiger nicht.
Auf Altersvorsorge sollte man nicht verzichten
Jeder vierte Selbstständige nimmt die Altersvorsorge auf die leichte Schulter, schreibt Autor Hansjürg Reber im Januar 2013 in einem Artikel mit dem Titel „Im Alter solls nicht knapp werden“ auf Beobachter.ch. Er warnt dort davor, alleine auf das Geld zu setzen, das irgendwann ein Verkauf des Unternehmens einbringen könnte. Es ist keineswegs gesagt, dass solch ein Verkaufserlös als Altersvorsorge ausreicht. Reber empfiehlt für echte Selbstständige („Einzelunternehmer, Kollektiv- oder Kommanditgesellschafter“) die Vorsorgesäule 3a zur Altersvorsorge, weil sie aus Sicht des Autors grösstmögliche Flexibilität bietet. Und hier schliesst sich dann der Kreis: Ein Vorbezug von Geld aus der Vorsorgesäule 3a ist möglich, um mehr Eigenkapital zu erhalten; empfohlen wird dann aber wieder die Säule 3a für die Altersvorsorge von Selbstständigen. Was lässt sich daraus schliessen? Bestenfalls finanziert man seine Selbstständigkeit anders und verzichtet auf einen Vorbezug von Geld aus 3a. Ist ein Vorbezug nötig, sollte man ihn nur nach reiflicher Überlegung realisieren.
Links zum Thema
beobachter.ch