Hilfe, das Handy brennt: Welche Versicherung zahlt?

Veröffentlicht am 16.10.2013.

Es passiert nicht alle Tage und eigentlich passiert es sogar sehr selten, aber bisweilen geschieht es dann doch: Das eigene Handy brennt. Es brennt im Rucksack, auf dem Tisch, in der Hosentasche und manchmal mit bösen Folgen. Bekannt wurde der Fall der Schweizerin Fanny Schlatter, deren Handy Anfang Juli in der Hosentasche plötzlich explodierte, was zu bösen Verbrennungen geführt hat. Schadensersatz vom Hersteller hat es laut Medienberichten nicht gegeben. Aber auch mit Schadensersatz wäre ein verhinderter Unfall mit Handy wohl die bessere Wahl gewesen. Der Versicherer Helvetia warnt die Leser seines Blogs deshalb davor, defekte oder minderwertige Akkus in Handys einzusetzen. Die gute Nachricht: Im Allgemeinen zahlen die Versicherungen Schäden, die durch explodierende oder brennende Handys entstehen.

Explodierende, brennende und sengende Handys

Im Juli ging das, was Maler-Lehrling Fanny Schlatter geschah, durch viele Schweizer Medien. Während sie den Lastwagen ihres Chefs beladen hatte, hörte sie plötzlich einen Knall und es stieg ihr ein merkwürdiger chemischer Geruch in die Nase, schrieb die Zeitung „Blick“ am 5. Juli. Kurz darauf begann ihre Hose zu brennen, dann ihr Malerkittel und sie erlitt Verbrennungen zweiten bis dritten Grades am Oberschenkel. Dass nicht mehr geschehen ist, ist nicht zuletzt ihrem Chef und Lehrmeister zu verdanken, der ihr die brennenden Kleider vom Leib gerissen hatte, schrieb Blick.ch. Schadensersatz vom Handyhersteller gab es für Fanny Schlatter übrigens nicht. Laut Hersteller war das Akku, das die Explosion ihres Handys verursachte, kein Original-Akku. Das bedeutet dann schon einmal: Man sollte partout darauf achten, dass sich im eigenen Handy ein Original-Akku des Herstellers befindet.

Sehr oft sind Fälle von explodierenden, schwelenden oder brennenden Handys zwar nicht, aber es gibt zumindest mehr als einen Fall. Helvetia zitiert etwa die exklusiv von „20 Minuten“ geschilderte Geschichte von Erhat Kurtishi in Heerbrugg, dessen Handy in einer Tasche explodierte, während er mit dem Roller fuhr. Der Versicherer berichtet darüber hinaus, dass erste Fälle qualmender, brennender und explodierender Handy-Akkus in Europa bereits 2003 bekannt wurden. Als Ursache solcher „Unfälle“ nennt Helvetia überhitzte Nickel-Metallhydrid-Akkus oder fehlerhafte Lithium-Ionen-Akkus. „Werden bei der Herstellung die mikroskopisch kleinen Metallteilchen verunreinigt, besteht die Gefahr, dass zwischen den Energiezellen auf der Membran ein Kurzschluss entsteht“, berichtet der Versicherer im Blog und nennt als mögliche Folgen Temperaturen von bis zu 140 Grad.

Die Versicherung zahlt!

Die gute Nachricht bei den ganzen Geschichten: Die Versicherungen kommen in der Regel für Schäden auf, die durch explodierende und/oder brennende Handys entstehen. Je nach Art des entstandenen Schadens greifen Sachversicherungen, Privathaftpflichtversicherung den Schaden. Etwas aufpassen muss man jedoch, wenn man bewusst billige Akkus nutzt, die nicht vom Handyhersteller stammen. Im Extremfall könnte einem dann grobe Fahrlässigkeit vorgeworfen werden.