Katze angefahren: Wer übernimmt die Kosten für die OP?

Veröffentlicht am 21.11.2014.

Freilaufende Hauskatzen haben vielleicht das abenteuerlichere Leben als ihre nur in der Wohnung lebenden Artgenossen, aber sie sind auch mehr Gefahren ausgesetzt. Eine dieser Gefahren sind Unfälle mit Autos. Ignorieren darf der Autofahrer solch einen Unfall nicht. Ist ihm eine Katze vors Auto gelaufen, die zwar verletzt wurde, aber überlebt hat, muss er das Tier gegebenenfalls medizinisch versorgen lassen, schrieb das Schweizer Radio und Fernsehen (SRF) 2012. Die Kosten der tierärztlichen Behandlung gehen allerdings zulasten des Tierhalters. Je nach erforderlicher Behandlung kommt hier eine recht hohe Summe zusammen. Eine Tierversicherung kann dabei helfen, die Kosten zu tragen.
Verletzte Katzen müssen behandelt werden
Erkrankte Haustiere dürfen nicht ihrem Schicksal überlassen werden. Das regelt die Schweizer Tierschutzverordnung. Hier heisst es im ersten Abschnitt (Allgemeine Bestimmungen) des 2. Kapitels „Tierhaltung und Umgang mit Tieren“ in Artikel 5.2: „Die Pflege soll Krankheiten und Verletzungen vorbeugen. Die Tierhalterin oder der Tierhalter ist dafür verantwortlich, dass kranke oder verletzte Tiere unverzüglich ihrem Zustand entsprechend untergebracht, gepflegt und behandelt oder getötet werden.“ 
Das bedeutet unter anderem: Wird eine Katze angefahren und bringt der Autofahrer die Katze anschliessend zum Tierarzt, kann der Tierhalter anschliessend nicht die Zahlung der Kosten mit dem Hinweis verweigern, er hätte die Katze NICHT zum Tierarzt gebracht. Für den Autofahrer gilt derweil: Ist ihm bewusst, dass er eine Katze angefahren hat, kann er das auch aus rechtlichen Gründen nicht einfach ignorieren und weiterfahren. Hier gilt im Prinzip, was das Zivilgesetzbuch in Artikel 720a.b. für das Finden verlorener Tiere geschrieben steht: „Wer ein verlorenes Tier findet, hat unter Vorbehalt von Artikel 720 Absatz 3 den Eigentümer davon zu benachrichtigen und, wenn er ihn nicht kennt, den Fund anzuzeigen.“
Und wer zahlt?
Ist der Tierhalter bekannt, zahlt er die Kosten der medizinischen Behandlung der Katze. Ist der Halter nicht bekannt, wird es komplizierter. So heisst es auf der Website Tierrecht.ch: Jeder Tierarzt bzw. jede Tierärztin ist aus berufsethischen Gründen verpflichtet, „ganz unabhängig davon, ob eine Aussicht auf eine Honorierung besteht, einem ihm vorgestellten verunfallten oder erkrankten Findeltier erste Hilfe zu leisten oder es nötigenfalls einzuschläfern“.
Basis dieser Regel sind „Richtlinien zur Honorierung von Behandlungen von Findeltieren“ der Gesellschaft Schweizerischer Tierärzte. Sie bedeuten jedoch nicht, dass die komplette Behandlung von Findeltieren automatisch kostenfrei ist, wenn der Halter unauffindbar bleibt. Als Auftraggeber gilt der Überbringer des Tieres. Er muss gegebenenfalls die Kosten übernehmen, die er sich anschliessend vom Tierhalter zurückholen kann, falls der doch noch bekannt wird. Verweigert der Überbringer sich der Kostenübernahme, dann greift möglicherweise die Grundversorgung, zu der sich der Tierarzt verpflichtet hat.
Wer seine Katze liebt, verpasst ihr einen Chip
Hat man ein Haustier angefahren, ist die Wahrscheinlichkeit gross, dass es irgendwo vermisst wird. Im Allgemeinen scheuen Katzenfreunde nicht derart vor Tierarztkosten zurück, dass es für sie nicht im Vordergrund steht, das verletzte und verloren geglaubte Tier zurückzubekommen. Katzen sind immerhin das beliebteste Haustier in der Schweiz. 2007 gab es in jedem vierten Haushalt eine Katze, insgesamt rund 1,35 Millionen. Das berichtete die Seite Haustierinfo.ch Anfang September 2014 in einem Beitrag. Die Zahl verlorengehender Haustiere wird in der Schweiz auf 10.000 bis 20.000 Tiere geschätzt, heisst es derweil auf Katzenliebhaber.ch. 80% dieser Haustiere seien Katzen. Die Tiere reissen aus, verirren sich oder verunfallen im Strassenverkehr, fährt die Website fort. Sind Haustiere nicht mehr auffindbar, ist es sehr vorteilhaft, wenn den Tieren ein Chip implantiert wurde, damit Haustier und Halter schnell wieder zueinanderfinden. Es kann zudem Sinn machen, sich mit einer Tierversicherung abzusichern, um einem Tier bei einer Verletzung die bestmögliche medizinische Behandlung zu sichern und zugleich die Finanzen zu schützen.
Link zum Text: Tierschutzverordnung