Krankenkasse: Nur noch knapp 4 von 10 im Standardmodell

Veröffentlicht am 09.06.2014.

2012 waren erstmals mehr Krankenversicherte bei Alternativen wie dem Hausarztmodell als beim Standardmodell der Obligatorischen Grundversicherung versichert. 2013 und 2014 hat sich dieser Trend fortgesetzt. Aktuell sind nur noch 38% der Versicherten mit einem Standardmodell der Obligatorischen Grundversicherung ausgestattet. Dagegen sind 23,7% in einem Modell der integrierten Versorgung (Hausarzt- und HMO-Modelle) versichert und nutzen eins der 75 Schweizer Ärzte- und Praxisnetze. 38,3% haben sich für ein Alternativmodell ohne Ärztenetz und Vertrag entschieden, zu denen etwa telemedizinische Modelle zählen. Am beliebtesten sind Hausarzt- und HMO-Modelle in den Kantonen St. Gallen, Thurgau und Schaffhausen. Das sind Zahlen und Fakten aus der aktuellen Studie des Forums Managed Care (fmc), die noch mehr interessante Informationen bietet.

Starke Entwicklung innerhalb von zehn Jahren
2004 waren fast neun von zehn Versicherten (89,9%) mit einem Standardmodell versichert. Nur 3,5% hatten sich dagegen für eine Variante wie das telemedizinische Modell und 6,6% für ein Hausarzt- oder HMO-Modell entschieden. Bereits 2006 waren (nur) noch 81,9% über die obligatorische Variante versichert. Bei den Alternativen hatten die Modelle ohne die mit Ärztenetz und Vertrag überholt: Die jeweiligen Anteile lagen bei 10,2 und 7,9%. Der Anteil der übers Standardmodell Versicherten ging im Lauf der Jahre immer weiter zurück: Er lag 2008 noch bei 70% und 2010 nur noch bei 53,1%. 44 beziehungsweise 42% waren die Werte für 2012 und 2013.

St. Gallen ist Spitzenreiter
48% der Versicherten im Kanton St. Gallen nutzen 2014 ein Hausarzt- oder HMO-Modell. Das bringt den Kanton auf Platz 1 im Ranking der Kantone. Auf den weiteren Plätzen folgen Thurgau (45%), Schaffhausen (44%),  Aargau (43%), Graubünden (36%), Zug (32%) und Zürich (29%). Eins hält Peter Berchtold, Präsident des fmc, bei den aktuellen Ergebnissen für besonders bemerkenswert: Die Integrierte Versorgung in der Westschweiz hat in den letzten beiden Jahren aufgeholt, nachdem sie sich über Jahre hinweg – mit Ausnahme des Kantons Genf – primär in der Deutschschweiz entwickelt  hat, wird er in der Pressemitteilung zur aktuellen fmc Studie zitiert.
Zahlen belegen diese Entwicklung. So lag das Wachstum zwischen 2013 und 2014 in der Romandie bei 22%, während das Wachstum in der gesamten Schweiz „nur“ 15% erreichte. Über die letzten zwei Jahre betrachtet, waren es 58% in der Romandie und 44% in der Gesamtschweiz. Das bedeutet: Immer mehr Versicherte erkennen, dass sie die Wahl zwischen mehreren Modellen haben und dass es sich lohnen kann, diese Wahlmöglichkeit zu nutzen. Es kann unter Umständen dabei helfen Krankenkassen und deren Modelle zu vergleichen, um Prämien zu sparen und dennoch gut versichert zu sein.

Link zum Text: Ärztenetz Schweiz