Mobile Health: Apps mit vielen Vorteilen

Veröffentlicht am 29.04.2014.

Mobile Health (kurz: mHealth) gilt als wertvolle Ergänzung traditioneller Methoden, mit denen die Informationsweitergabe in der Gesundheitsversorgung von hochtechnisierten Ländern gesteuert wird. Medizinische Informationen werden bei Mobile Health auf den mobilen Endgeräten von Krankenversicherten abrufbar. Viele Versicherte begrüssen diese Möglichkeiten. Indizien dafür gibt eine Studie von PwC, die 2012 in zehn Ländern durchgeführt wurde. In ihr sagte laut PwC.ch ungefähr die Hälfte der 1.805 Befragten aus, dass „sich Mobile Health in den nächsten drei Jahren positiv auf die Qualität ihrer gesundheitlichen Versorgung auswirkt und dass damit die Kosten sinken“. Einige Instrumente des Mobile Health stellt aktuell der Blog des Versicherers Atupri vor.

Mobile Health liegt im Trend
Das Fachportal für Pflegeberufe „Pflegeportal.ch“ publiziert zur Erklärung, was Mobile Health eigentlich bedeutet, folgende Definition aus der Arbeit „Mobile Health – Mobile Telemedizin" von  Martin Denzel: "Dabei konzentriert sich 'Mobile Health' - auch als 'mobile Telemedizin' bezeichnet – in erster Linie auf mobile Endgeräte, mit denen medizinische Daten und Befunde über grosse Entfernungen elektronisch ausgetauscht und versendet werden können.“ Es gibt noch weitere Definitionen: Laut Versicherer Atupri ist mit Mobile Health (mHealth) gemeint, „dass man mit dem eigenen Smartphone jederzeit Informationen zur eigenen Gesundheit erhalten kann“. Und die Unternehmensberater von PwC bezeichnen mHealth als (deutsche Übersetzung:) Bereitstellung von Gesundheitsfürsorge oder mit Gesundheit verbundenen Informationen über mobile Services oder Geräte abseits des traditionellen Pflegeumfelds.
„Emerging mHealth: Paths for growth“ heisst eine Studie von PwC aus 2012. Laut dieser Studie mit Daten aus zehn Ländern erwarten 59% der Befragten, dass mHealth ihre Methoden verändert, wie sie nach Informationen zu Gesundheitsthemen suchen. Und laut 51% der Befragten verändert mHealth auch die Methoden, wie Organisationen ganz generell Gesundheitsinformationen verteilen. Die Schweiz gehörte damals nicht zu den zehn Ländern, die in der Studie analysiert wurden. Philip Sommer, Senior Manager Beratung Gesundheitswesen von PwC, sieht aber auch für Mobile Health in der Schweiz ein grosses Potenzial und Vorteile für alle Beteiligten. Spitäler können mHealth aus seiner Sicht für effizientere administrative Prozesse und mehr Zeit für die Patienten nutzen. Patienten erhalten via App einen besseren Zugang zu Informationen und zu ärztlichen Leistungen und für Krankenkassen bietet Mobile Health unter anderem ein interessantes Kostensenkungspotenzial bei den “Volkskrankheiten” Diabetes, Herzinsuffizienz oder COPD, urteilt Philip Sommer.

Ein mobiles Schlaflabor und App-Diagnosen
Beispiele für Apps, mit denen heute Mobile Health realisiert wird, zeigt der Krankenversicherer Atupri. Zu den Apps, die er vorstellt, gehört beispielsweise die App Sleep Cycle. Legt der Smartphone-Besitzer sein Smartphone neben sich aufs Kissen, analysiert diese App seine Schlafphasen. Vorgestellt werden im Atupri-Blog auch Diagnose-Apps wie etwa Skinvision. Fotografiert der Nutzer mit dem Smartphone ein Muttermal, informiert Skinvision ihn, ob bei diesem Muttermal Verdacht auf Hautkrebs bestehen könnte. „Uckeck“ ist eine weitere App mit Diagnosefunktion. Hier geht es darum, dass man einen Teststreifen in seinen Urin taucht und den Streifen anschliessend mit dem Smartphone fotografiert. Dank der App sollen dann bis zu 25 Krankheiten erkennbar werden. 
Atupri macht in seinem Blog aber auch deutlich, wo die Grenzen solcher mHealth Instrumente liegen. Eine verlässliche, verbindliche Diagnose ist via App nicht möglich. Die App kann einen Verdacht auf eventuell vorliegende gesundheitliche Störungen erhärten oder abschwächen. Einen Arztbesuch kann und soll die App NICHT ersetzen. Auch bei der App, die Schlafphasen analysiert, gibt es durchaus Kritik. Fachleute zweifeln daran, dass sie Leichtschlafphasen stets korrekt erkennt, schreibt die Atupri. Auch hier gilt daher. Die App ist eine mögliche Ergänzung, aber KEIN Ersatz für einen Arztbesuch.