Mobiliar: Hochwasserschutz hat sich bezahlt gemacht

Veröffentlicht am 11.08.2014.

2.600 Schadensmeldungen mit einer Gesamt-Schadenssumme von über 15 Millionen Franken sind bisher aufgrund der Juli-Unwetter in der Schweiz bei der Mobiliar eingegangen. Das meldete der Versicherer am sechsten August. Alle Meldungen, die er aufgrund der Unwetterschäden erwartet, waren das noch nicht: Insgesamt rechnet er mit einer Schadenssumme von über 20 Millionen Franken. Doch, auch wenn die Unwetter teils für immense Schäden verantwortlich waren, hätte die Gesamtbilanz durchaus schlimmer ausfallen können. Die Mobiliar begründet die vergleichsweise geringe Schadenssumme mit den Schutzmassnahmen, die in den letzten Jahren in verschiedenen Regionen der Schweiz durchgeführt wurden und an denen sich der Versicherer oftmals finanziell beteiligt hat.

Die teuersten Schäden gab es im Kanton Bern
Laut Mobiliar gingen aus dem Kanton St. Gallen Schadensmeldungen in Höhe von 2,5 Millionen Franken ein, wobei insbesondere die Kleinstadt Altstätten betroffen war. Die Stadt berichtete am 30. Juli 2014 selbst, dass grosse Teile von ihr durch starke Regenfälle am 28. Juli zerstört wurden. Die Schäden im Kanton Luzern erreichten drei Millionen Franken. Hier gab es einen Schwerpunkt in der Gemeinde Schüpfheim, wobei insbesondere das Wohngebiet Schächli betroffen gewesen ist, berichtete etwa der Entlebucher Anzeiger. Und in der Luzerner Zeitung hiess es, dass es im gesamten Kanton Luzern bis Montagabend (21 Uhr) über 150 Schadensmeldungen gegeben habe. Am stärksten von allen Kantonen war laut Mobiliar jedoch der Kanton Bern betroffen. Die Schäden dort erreichten fünf Millionen Franken. Insgesamt entfielen laut Angaben des Versicherers auf die drei Kantone Bern, Luzern und St. Gallen zwei Drittel aller gemeldeten Fälle.

Schutzmassnahmen haben oft Schlimmeres verhindert
“Die Schutzmassnahmen der letzten Jahre haben sich bewährt und gezeigt, wie wichtig Prävention ist”, sagt Bruno Kuhn, Leiter Hochwasserschutz beteiligt, die im Juli schlimmere Schäden verhindern konnten. So verhinderte etwa das von der Mobiliar unterstützte Hochwasserschutzprojekt Emme am 24. Juli Schäden in Wohnquartieren und auch der „von der Mobiliar mitfinanzierte Entlastungskanal für die Enziwigger in Willisau“ bewährte sich (nicht zum ersten Mal).
Die Mobiliar, die sich selbst als „Marktleaderin und Know-how-Trägerin in der Sachversicherung“ bezeichnet, hat seit dem Hochwasser 2005 zur Unterstützung von Präventionsprojekten insgesamt 30 Millionen Franken aus dem Überschussfonds der Genossenschaft für rund 70 Projekte bereitgestellt. Im Bereich Prävention wird die Mobiliar aber noch auf eine andere Weise tätig. Sie finanziert eine „Professur für Klimafolgenforschung im Alpenraum an der Uni Bern“. Ein Forschungsschwerpunkt ist die „Eintretenswahrscheinlichkeit von Extremereignissen in einem sich ändernden Klima“. Die Finanzierung der Professur, die dem international anerkannten Oeschger-Zentrum für Klima- und Klimafolgenforschung angegliedert ist, ist durch den Versicherer vorerst bis 2020 gesichert. Dabei wird auch die Unabhängigkeit der universitären Forschung gewährleistet, berichtet die Mobiliar, die Kunden im Bereich ihrer Versicherungsangebote unter anderem eine Haustiere und Vertragsrechtsschutz“.