Personenfreizügigkeit: Dreimal mehr Deutsche in Bundesbetrieben tätig

Veröffentlicht am 11.07.2011.

Die Personenfreizügigkeit zeigt nun auch erste Auswirkungen bei Schweizer Staatsbetrieben. In den letzten Jahren hat sich die Zahl der deutschen Angestellten bei Schweizer Staatsbetrieben teilweise verdreifacht. Dies geht aus einer Umfrage der Zeitung „Der Sonntag“ hervor.
Die Schweizerischen Post stieg die Zahl der deutschen Angestellten in den letzten fünf Jahren von 237 auf 683. Rechnet man dies um, entspricht dies einer Zunahme von 188 Prozent. Die Lieblingsjobs der Deutschen sind Briefträger (248), gefolgt von Angestellten bei PostLogistics und PostFinance. Immerhin zeigen 44 deutsche Staatsbürger ihre Fahrkünste hinter dem Steuer eines Postautos.
Bei der SBB stehen heute im Personenverkehr 27 Deutsche im Führerstand. Dazu kommen rund 100 Personen, welche als Lokführer bei der SBB Cargo tätig sind. Eine grosse Zunahme verzeichnet man bei den SBB-Billettkontrolleuren. Hier hat sich die Zahl von 28 auf 113 Angestellte vervierfacht. Somit Arbeiten bei der SBB 5.5 Prozent Deutsche.
Aber auch bei der Bundesverwaltung verzeichnet man einen starken Anstieg. Seit der Einführung der Personenfreizügigkeit verzeichnet man einen Anstieg von 198 auf 476 deutsche Arbeitnehmer. Diese ist eine Zunahme von 140 Prozent. Trotz dieser Zunahme sind die Deutschen-Quoten in der Privatwirtschaft höher. „Viele meinen, man brauche einen Schweizer Pass, um bei der Bundesverwaltung arbeiten zu können“, betont Anand Jagtap vom Eidgenössischen Personenamt: „Wir bekommen immer wieder entsprechende Anfragen.“ Aber für einen Job beim Bund muss man nicht zwingend Schweizer sein. Ausser natürlich bei der Bundespolizei und bei gewissen militärischen Einrichtungen.
Quelle: http://www.20min.ch