Risikosportarten – absolute und relative Wagnisse

Veröffentlicht am 30.07.2013.

Ein bisschen Joggen ist nicht immer genug? Manch einer, der gerne Sport treibt, braucht den speziellen Nervenkitzel und entscheidet sich stattdessen für eine sogenannte Risikosportart. Aber was ist eine Risikosportart? Antworten gibt die Schweizerische Unfallversicherungsanstalt SUVA, die bei den gefährlichen Sportarten zwischen absoluten und relativen Wagnissen unterscheidet. Sie verweist darauf, dass bei „Nichtberufsunfällen, die auf ein Wagnis zurückgehen,die Geldleistungen um die Hälfte gekürzt und in besonders schweren Fällen verweigert“ werden können. Als Risikosportler sollte man sich daher früh Gedanken machen, wie man sich einen möglichst guten Versicherungsschutz sichert.

Absolute und relative Wagnisse

Grundsätzlich definiert die SUVA Wagnisse wie folgt: „Wagnisse sind Handlungen, mit denen sich der Versicherte einer besonders grossen Gefahr aussetzt, ohne die Vorkehren zu treffen oder treffen zu können, die das Risiko auf ein vernünftiges Mass beschränken.“ Dabei unterscheidet die SUVA allerdings zwischen absoluten und relativen Wagnissen.
Um ein absolutes Wagnis handelt es sich laut SUVA, „wenn eine Handlung mit Gefahren verbunden ist, die unabhängig von den konkreten Verhältnissen nicht auf ein vernünftiges Mass herabgesetzt werden können oder wenn es am schützenswerten Charakter einer mit besonders grossen Gefahren verbundenen Handlung mangelt resp. eine entsprechende Handlung unsinnig oder verwerflich erscheint“. Zu den absoluten Wagnissen gehören unter anderem Wasser-Sportarten, die besonders gerne im Sommer ausgeführt werden, etwa  Motorbootrennen, Tauchen in einer Tiefe von mehr als 40 Metern und Hydrospeed/Riverboogie (Wildwasserfahrt bäuchlings auf Schwimmbob liegend). Aber auch völli andere Sportarten werden als absolute Wagnisse eingestuft, unter anderem Vollkontakt-Kampfsportarten, Quad- und Schneemotorrad-Rennen.
Ein relatives Wagnis liegt laut SUVA dann vor, wenn „eine Handlung an sich schützenswert ist und die diesbezüglichen Gefahren durch die handelnde Person auf ein vernünftiges Mass reduziert werden können. Gekürzte Versicherungs-Leistungen können hier folgen, wenn Sportler übliche Regeln oder Vorsichtsgebote in schwerwiegender Weise missachten, schreibt die SUVA und nennt als Beispiele hier Aktivitäten wie Bergsteigen und Schneesportaktivitäten abseits markierter Pisten, bei denen zudem übliche Gebote auf schwerwiegende Weise missachtet werden, etwa in Bezug auf Ausrüstung und/oder notwendige Erfahrung etc.

Seien Sie risikobewusst – auch versicherungstechnisch!

Als Risikosportler sollte man sich des erhöhten Risikos, das man trägt, stets bewusst sein. Dieses Risikobewusstsein trägt einerseits dazu bei, bei riskanteren Sportarten zumindest alle notwendigen und sinnvollen Vorsichtsmassnahmen zu treffen. So hält man das Risiko auch bei Sportarten mit generell gesteigertem Risiko in vertretbarem Rahmen. Andererseits rückt das Risikobewusstsein auch das Thema „Versicherungen“ in den Fokus. Risikosportler können nicht automatisch davon ausgehen, dass Unfälle bei Risikosportarten von ihrer Unfallversicherung gedeckt sind. Sowohl Artikel 39 des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG) als auch Artikel 50 der Verordnung über die Unfallversicherung (UVV) definieren aussergewöhnliche Gefahren und Wagnisse (UVG) beziehungsweise Wagnisse (UVV) bei denen Versicherungsleistungen gekürzt oder gar verweigert werden können. Und wie die gesetzliche definieren auch private Unfallversicherungen oftmals Ausschlüsse, sodass ein Risikosportler neben gesundheitlichen Folgen eines möglichen Unfalls eventuell auch noch finanzielle zu tragen hat, die sein Budget deutlich übersteigen.
Eine der Versicherungen, die auf Leistungskürzungen bei Extremsport verzichtet, ist die private Unfallversicherung Allegra der GENERALI (Schweiz) Holding AG. Sie verspricht Versicherten einen umfassenden Versicherungsschutz OHNE „Kürzungen bei Grobfahrlässigkeit und Extremsport“. Der Versicherungsschutz umfasst unter anderem weltweite Deckung als Privatpatient mit freier Arzt- und Spitalwahl, Unfalltagegeld sowie finanzielle Leistungen bei Invalidität und Tod des Versicherten. Geboten wird zudem eine „unbegrenzte Übernahme der Transportkosten (z.B. Rega) und Kostenübernahme für Sachschäden (auch Velo und Mofa)“ sowie eine Garantie der Prämienhöhe für die gesamte Vertragsdauer, was die Kosten für die Versicherung sehr gut kalkulierbar macht. Wer etwas weniger Rund-um-Schutz benötigt: Es gibt noch andere Versicherungen, die auf reduzierte Leistungen bei Risikosportlern verzichten, dabei aber im Vergleich zu Allegra einen etwas geringeren Leistungsumfang bieten, für den dann auf der anderen Seite auch geringere Prämien fällig werden. Welche Variante die beste ist, kann nur im individuellen Fall geklärt werden.