Schlafstörungen - Tipps und Therapien

Veröffentlicht am 19.04.2015.

Laut Versicherer Atupri sind in der Schweiz 25% der Menschen von schlechtem Schlaf betroffen. Jeder Siebte leidet sogar an einer behandlungsbedürftigen Schlafstörung. Was tun? Für einen guten Schlaf sollte man zwischen 22 und 23 Uhr ins Bett gehen, rät der Versicherer in seinem Blog. Gut zu schlafen bedeutet dann, innerhalb von fünf Minuten ein- und dann durchzuschlafen und zwischen sechs und acht Uhr erholt aufzuwachen, fährt die Atupri fort und gibt anschliessend noch eine Reihe Tipps für guten Schlaf. Hat das alles keinen Erfolg, hilft oft nur noch das Schlaflabor.
Tipps für erholsamen Schlaf
Die Atupri gibt insgesamt 20 Tipps für einen erholsamen Schlaf. Zu ihnen gehört der Verzicht auf Nikotin und der zumindest fast vollständige Verzicht auf Alkohol vor dem Schlafengehen. Maximal ein Glas Wein sei zulässig, heisst es im Atupri Blog. Nach 20 Uhr sollte man zudem auf die Nutzung von Ipad, Iphone oder PC verzichten, rät der Versicherer. Der Körper erhalte durch die hellen Bildschirme das Signal, dass die Schlafenszeit noch nicht angebrochen ist, weshalb die Melatonin-Produktion des Körpers gehemmt wird. Melatonin wird auch Schlafhormon genannt und steuert den Tag- und Nachtrhythmus des Körpers.
Kohlenhydrate und Magnesium zu sich zu nehmen, dagegen auf schwere und grosse Mahlzeiten kurz vor dem Zubettgehen zu verzichten, sind ebenfalls Tipps für guten Schlaf. Hilfreich kann laut Atupri auch eine Abendmeditation sein, um den Tag abzuschliessen und das „Gedankenkarussell zu beenden“.
Neben der Atupri brachte beispielsweise auch das Schweizer Radio und Fernsehen (SRF) Anfang 2014 Tipps zum Durchschlafen und empfahl unter anderem körperliche Aktivität tagsüber, weil körperlich aktive Menschen besser schlafen als inaktive. Wer nicht schlafen kann, steht besser auf, rät das SRF weiter. Man sollte sich hinsetzen, ein Buch lesen oder Tee trinken und erst dann wieder ins Bett gehen, wenn man wieder Müdigkeit verspürt.

Wenn Tipps nicht helfen, sind Ärzte gefragt

Spätestens, wenn solche Tipps nicht helfen, sollte man einen Arzt einschalten und nach tiefergehenden Ursachen des Schlafproblems suchen. Das medizinische Portal Sprechzimmer.ch nennt einige Hauptursachen, die bei Schlafproblemen infrage kommen: durch Übergewicht bedingte Atemstörungen, das Restless-Legs-Syndrom, das sich durch Gefühllosigkeit in den Beinen und unkontrollierbare Beinbewegungen äussern kann, sowie „internistische, neurologische und rheumatologische Erkrankungen“ und Medikamente gegen altersbedingte Krankheiten.
Bei einem Arztbesuch sollte man abklären lassen, um welche Schlafstörung es sich handelt und welche Ursache ihr zugrunde liegt. Eventuell ist dafür auch der Aufenthalt in einem Schlaflabor sinnvoll. Das Zentrum für Schlafmedizin Hirslanden Zürich nennt in seiner Broschüre „Schlafmedizin – Informationen zu den wichtigsten Schlafstörungen“ unter anderem folgende Schlafprobleme, bei denen eine Abklärung und Behandlung im Schlaflabor in Frage kommt: Schlaflosigkeit, Schlafapnoe-Syndrom, Schnarchen, übermässige Tagesschläfrigkeit, Narkolepsie, das bereits genannte Restless-Legs-Syndrom, nächtliche Dyspnoen, Parasomnien, Schlafwandeln und Nachtschreck.
Was passiert eigentlich im Schlaflabor?
Schlaflabore (auch: Schlafzentren) dienen der modernen Schlafmedizin, die zu den fachübergreifenden medizinischen Disziplinen gehört. Kommt es zu einer nächtlichen Schlafanalyse, klebt man dem jeweiligen Patienten Elektroden und Messfühler auf die Haut, was für den Patienten schmerzfrei ist. Den Ärzten wird es dadurch ermöglicht, während des Schlafes des Patienten wichtige Bioparameter zu sammeln. In der Nacht werden diese Schlafdaten aufgezeichnet, um aus ihnen Schlüsse zu ziehen, aus denen sich eine wirkungsvolle Therapie gegen die Schlafstörung ableiten lässt.
Von Ärzten diagnostizierte Schlafstörungen sind Gesundheitsstörungen, die von den Krankenkassen anerkannt werden. Deshalb wird die Behandlung im Schlafzentrum auch von den Krankenkassen gezahlt. Zusatzversicherungen sind in diesem Fall nicht nötig. Sie können einem aber einerseits beispielsweise mehr Freiheiten bei der Auswahl der Therapien und Therapeuten geben. Andererseits kann eine passende Zusatzversicherung eine Kostenbeteiligung bei Kursen bieten, die Kenntnisse über meditative Techniken vermitteln. Einfache Einschlafprobleme lassen sich durch sie möglicherweise beheben.