Schweizer Konjunktur wird schwächeln

Veröffentlicht am 01.10.2011.

In jüngster Zeit hat der Internationale Währungsfonds (IWF) für 2012 ein eher geringes Wirtschaftswachstum in vielen europäischen Staaten und weltweit prognostiziert. Das wird wohl auch die Wirtschaft in der Schweiz nicht unberührt lassen. Die Expertengruppe des Bundes geht für 2012 nur noch von einem Wirtschaftswachstum von 0,9 Prozent nach einem Wachstum von 1,9 Prozent im Jahr 2011 aus. Ganz ohne Hoffnung ist ihre Analyse allerdings nicht.
Die Expertengruppe verweist auf eine wirtschaftliche Abkühlung, die 2012 wohl alle Industrieländer und die Schwellenländer treffen wird, wenn auch in unterschiedlichem Masse. Besonders niedrig wird das Wachstum voraussichtlich in den Peripherieländern Europas ausfallen, die bereits jetzt mit starken wirtschaftlichen Problemen kämpfen. Aber auch die USA und Deutschland werden mit einer abgekühlten Konjunktur konfrontiert und selbst die bisher stets von kräftigem Wachstum geprägten Schwellenländer dürfen voraussichtlich nur ein gesunkenes wirtschaftliches Wachstum erwarten, wenn dieses Wachstum auch im Allgemeinen auf höherem Niveau als in den klassischen Industrieländern bleibt. Die Schweizer Wirtschaft, so die Expertengruppe, präsentierte sich im ersten Halbjahr 2011 solide, allerdings gäbe es deutliche Anzeichen für eine abgeschwächte Wirtschaftsleistung ab dem zweiten Halbjahr. Grund dafür sei „die ungünstige Konstellation von weltwirtschaftlicher Abschwächung und starkem Franken“. Im Jahr 2012 kann es durchaus zu Quartalen mit rückläufiger Wirtschaftsleistung kommen, prognostizieren die Experten, halten eine Rezession mit deutlichem Rückgang des BIP über mehrere Quartale hinweg allerdings für eher unwahrscheinlich.   
Die Expertengruppe entwirft auch ein Szenario, durch das die Ängste vor einer allzu schwach wachsenden Welt-Konjunktur zu einer Übertreibung würden. Möglicherweise könnten einige Faktoren, die bei den Negativszenarien nicht berücksichtigt wurden, positive Effekte haben. Zu diesen Faktoren könnte beispielsweise eine durch die vergangenen Katastrophen im Land kaum noch ausgebremste Wirtschaft in Japan sein. Weitere mögliche Faktoren sind aus Sicht der Expertengruppe eine „sehr expansive Geldpolitik in den Industrieländern, die gute Finanzlage vieler Unternehmen ausserhalb des Finanzsektors sowie die solide Verfassung der Schwellenländer“. Sollte sich das wirtschaftliche Umfeld weltweit durch solche Faktoren beruhigen, könnte auch der Schweizer Franken dadurch niedriger bewertet werden, was Vorteile für die schweizerische Konjunktur brächte, so die Expertengruppe.