Schweizer Niedrigstzinssätze freuen Kreditnehmer und ärgern Sparer

Veröffentlicht am 30.08.2011.

Wer derzeit Geld für den Bau oder Kauf eines Hauses aufnehmen möchte, ist ein glücklicher Mensch. Wenn er ein wenig vergleicht, wird er Angebote finden, bei denen die zu zahlenden Hypothekenzinsen nahe 0 liegen. Nahe 0 oder sogar im Minusbereich liegen allerdings auch die Zinsen, die viele Sparer derzeit auf ihr gespartes Geld erhalten. Die negativen Prozentsätze auf dem schweizerischen Markt hat Joachim Klement von der Unternehmensberatung Wellershoff und Partners beobachtet.

Negative Zinssätze bedeuten nichts Anderes, als dass der Anleger etwa bei einem angelegten Festgeld weniger Geld erhält, als er zuvor eingezahlt hat. Liegt der Negativzinnssatz beispielsweise bei 0,1 Prozent, so gibt es statt ehemals angelegten 20.000 Schweizer Franken nur noch 19.980 Schweizer Franken zurück. Das dürfte nicht ganz das sein, was ein Anleger sich erträumt. Der Staat kann allerdings durch kurzfristig laufende Staatsanleihen an der aktuellen Situation verdienen, berichtete das Onlineportal der deutschen Nachrichtensendung Tagesschau am 26. August 2011.

Bei ausgegebenen Staatsanleihen der Schweiz mit einer Laufzeit bis zu zwölf Monaten würden Anleger derzeit teils ebenfalls am Ende weniger zurückerhalten als ihre Anlagesumme. Kurioserweise sind diese Anleihen keineswegs Ladenhüter, berichtet Tagesschau.de weiter. Die Furcht vor dem schwächelnden Euro habe viele Anleger in den schweizerischen Finanzmarkt getrieben, heisst es, auch in Staatsanleihen, bei denen ihnen ein Verlust gewiss ist. Rational ist das eher nicht. Aber wer sagt, dass stets nur die Ratio Anlagestrategien bestimmt?