Schweizer Versicherungsmarkt: Bald tiefere Prämien?

Veröffentlicht am 10.04.2015.

Für viele international tätige Versicherungen ist die Schweiz ein wichtiger Markt. Die lukrativste Sparte stellt das Schadengeschäft dar. Die Nachfrage nach beruflicher Vorsorge ist zwar nach wie vor ungebrochen, für die Versicherer wird es jedoch zunehmend schwierig, die Rentenversprechen halten zu können. In Zukunft wird der Konkurrenzkampf um Marktanteile weiter zunehmen. Davon werden die Kunden in Form fallender Prämien profitieren.
Assekuranz: Schweizer Markt ist lukrativ
Gemäss der aktuellen Ausgabenstruktur der SchweizerInnen, die vom Bundesamt für Statistik (BfS) regelmässig erhoben wird, machen Versicherungen einen Anteil von 1,6 Prozent des Warenkorbes aus. Die Berechnung des Warenkorbes besteht aus der Erhebung verschiedener Güter, die nach Qualität und Quantität, wie sie in einem (hypothetischen) Durchschnittshaushalt registriert werden, miteinbezogen werden. Zum Vergleich: Erziehung und Unterricht haben einen Anteil von 0,6 Prozent, Zeitungen, Bücher und Schreibwaren etwa 1,1 Prozent und Treibstoff 2,3 Prozent.
Der Schweizer Markt für Versicherungswirtschaft hat eine beträchtliche Grösse. Nicht nur für national sondern auch für international tätige Versicherungskonzerne ist er lukrativ. Der in der Schweiz führende Anbieter Axa Winterthur mit einem Marktanteil von 12,4 Prozent brachte es im Jahr 2013 auf eine Eigenkapitalrendite von 18,5 Prozent. Die Zurich, die einen Marktanteil von 9,9 Prozent hat, kann mit 14,3 Prozent ebenfalls eine gute Eigenkapitalrendite vorweisen (Quelle: bazonline.ch).
Schadengeschäft am profitabelsten
Am profitabelsten ist das Schadengeschäft mit Sachwerten wie Lebensversicherungen hingegen ist weniger rentabel. Eine der wichtigsten Ursachen dafür ist das momentan tiefe Zinsumfeld. Obwohl die Nachfrage ungebrochen sei, werde es für die Anbieter immer schwieriger, die Rentenversprechen halten zu können, da die garantierten Rentenleistungen nicht mehr über die Verzinsung alleine gezahlt werden könnten, wie es auf bazonline.ch weiter heisst.
Ein Blick in die Zukunft
Die wichtigsten Herausforderungen für die Assekuranz werden künftig einerseits die Veränderungen im soziodemografischen Bereich (Alterung der Kunden sowie der Belegschaft) und betreffend Kundenverhalten sein. Der "Versicherungskunde 2.0" wie er von der Universität St. Gallen in der Studie zur Zukunft der Assekuranz umschrieben wird, ist fordender, unabhängiger und preissensibler. Zusätzlich werde der Konkurrenzkampf im lukrativen Schadengeschäft weiter zunehmen. Für die Kunden würde sich dies vorwiegend durch fallende Prämien in diesem Bereich auswirken.
Link zum Text: Landesindex der Konsumentenpreise