SMS-Abofallen: Bestehen Sie auf ihr Recht!

Veröffentlicht am 07.12.2013.

Manchmal geht wirklich alles ganz schnell. Bisweilen surft man mit einem Smartphone im Internet und plötzlich taucht im Display ein Werbefenster auf. Man schliesst es und und stimmt dabei – ohne es zu wissen – bisweilen zugleich einem Abo zu, dem man eigentlich nie zugestimmt hätte. Das mag rechtlich problematisch sein, bringt einem aber erst einmal finanzielle Forderungen, die man abwehren muss. Keine Frage: Manch ein Mehrwertdienst-Anbieter bewegt sich mit seinen Methoden, neue „Kunden“ zu gewinnen, am Rand der Legalität oder geht bisweilen möglicherweise auch darüber hinaus. Hilfe bei ungewollt abgeschlossenen SMS-Abos kann der Weg zur Schlichtungsstelle Telekommunikation „ombudscom“ bieten, wo möglicherweise eine Einigung zwischen Dienste-Anbieter und „Kunde“ erreicht wird. Funktioniert das nicht, wird eventuell ein Rechtsstreit unausweichlich. In diesem Fall bietet eine Rechtsschutzversicherung deutliche Vorteile.
Ein nicht abgeschlossenes Flirt-Abo
Klicken Sie keinesfalls auf einen Button mit der Aufschrift wie „Kaufen“, „Bestätigen“ oder „Loslegen“, wenn sie nicht definitiv etwas kaufen möchten, und stellen Sie das Gerät am besten ab, wenn eigenartige Werbefenster im Display auftauchen. Scrollen Sie bei Angeboten im Smartphone „immer ans Seitenende und lesen Sie das Kleingedruckte genau“, rät Oliver Sidler, der Ombudsmann der Telekom, im Gespräch mit dem Schweizer Radio und Fernsehen (SRF). Anlass des Mitte November 2013 veröffentlichten Interviews war ein Bericht des SRF Magazins „Kassensturz“ mit dem Titel „Smartphone-Falle: Ein falscher Klick und das Geld ist weg“. Berichtet wird unter anderem vom Fall der Familie Hersberger.
Die Familie erhielt zahlreiche SMS, wobei jede SMS die Hersbergers 5 Franken kostete. Insgesamt kamen so 400 Franken durch die SMS zusammen, die auf der Handyrechnung des Fernmeldedienst-Anbieters auftauchten, berichtet der SRF. Auf Nachfrage der Familie berichtete der Kundendienst des Anbieters ihr, dass sie ein Flirt-Abo abgeschlossen hätte. So schnell kann es gehen. Ein Einzelfall sind die Hersbergers nicht. „Kassensturz“ berichtet von weiteren Fällen und warnt, dass oftmals ein einziger Klick ausreicht, um in eine Abo-Falle zu stürzen. Das Verbraucher-Magazin „Beobachter“ warnt ebenfalls vor Angeboten, speziell Gratis-Angeboten, mit denen man in die Abo-Falle tappt, wobei bei Angeboten wie Klingeltönen, Logos und Spielen für Mobiltelefone, einem SMS-Gratisversand sowie Flirten und Chatten besondere Vorsicht geboten ist, was den Kreis zur Geschichte von Familie „Hersberger“ schliesst.
Abo-Falle: was nun?
Am besten ist es natürlich, Abo-Fallen im Vorfeld zu vermeiden. Neben den bereits erwähnten Tipps von Oliver Sidler rät etwa das Staatssekretariat für Wirtschaft SECO in seinem Flyer „Vorsicht vor Internetfallen“ unter anderem, immer dann vorsichtig zu sein, wenn Angebote „ohne vorgängige Anmeldung oder Eintippen der persönlichen Mobilnummer“ nicht genutzt werden können. Hat man bereits ein SMS-Abo erhalten, sollte man „das SMS aufmerksam durchlesen und prüfen, ob man dieses Abo wünscht und welche Kosten anfallen“, rät Ombudsmann Sidler im SRF. Man sollte zudem seinen Fernmelde-Anbieter informieren sowie eine „SMS mit dem Text STOP ALL an die entsprechende Absenderadresse schicken“, um das Abo zu stoppen. Taucht ein unerwünschtes und nicht wissentlich bestelltes Abo auf der Handyrechnung auf, sollte der Betrag fürs Abo nicht gezahlt werden. Informieren sollte man sowohl den Mehrwertdienst- als auch den Fernmelde-Anbieter. Kommt es zu keiner Einigung, steht der Weg zur Ombudsstelle offen. Ihrer Arbeit sind allerdings auch Grenzen gesetzt. Sie kann letztlich nur vermitteln.
Ist man sich bei einem SMS-Abo wie dem, das Familie Hersberger bekommen hat, sicher, dass man in eine Falle getappt ist, kann man den Fall bei der lokalen Polizeistelle wegen irreführender Werbung anzeigen, liest man im Flyer „Vorsicht vor Internetfallen“. Möglich ist zudem eine Zivilklage, heisst es dort weiter. Allerdings sollte man sich vorab mit einem kompetenten Anwalt beraten, um Chancen abzuschätzen. Eine passende Rechtsschutzversicherung macht das deutlich einfacher, weil hier die Rechtsberatung und die rechtliche Vertretung vor Gericht ganz oder teils von der Versicherung gezahlt werden.
Link zum Text: ombudscom