Staatsanleihen der Schweiz derzeit kein gutes Geschäft

Veröffentlicht am 21.09.2011.

Auf 200 Milliarden Schweizer Franken haben die Notenbanker der Schweizerischen Nationalbank die Giroguthaben erhöht und damit massiv den Geldmarkt beeinflusst. Was die einen freut, finden Andere deutlich weniger gut. Gewinner der Entwicklung sind beispielsweise die Exporteure, die ihre Waren auf dem Weltmarkt nun preiswerter anbieten können. Für Importeure und Anleger hat die Intervention der Nationalbank dagegen eher Nachteile.
Die nominalen Erträge von Schweizer Staatsanleihen sind mittlerweile oftmals so gering, dass sie für die Anleger kaum noch einen Sinn machen. Es bleibt so gut wie nichts mehr übrig, insbesondere wenn man die Teuerung der Konsumentenpreise pro Jahr hinzurechnet. So liegt bereits die nominale Rendite bei der zweijährigen schweizerischen Staatsanleihe laut Bloomberg derzeit mit minus 0,03 Prozent im Minusbereich. Die reale Rendite dieser Anleihe liegt bei einer angenommenen Teuerungsrate von 0,5 Prozent pro Jahr bei minus 0,53 Prozent. Bei der drei- und der vierjährigen Anleihe sind zwar die nominalen Renditen im positiven Bereich, real springt bei der angenommenen Teuerungsrate aber nach wie vor ein Minus heraus und bei der fünfjährigen Staatsanleihe bleibt am Ende real auch nur eine Rendite von 0,03 Prozent. Eine Anlage in eine dreißig Jahre laufende Schweizer Staatsanleihe bringt real 0,94 Prozent. Auch das ist nichts, was Anleger in Jubel ausbrechen lässt.
Die Manipulation der Märkte scheint im Moment der neueste Trend zu sein. Nicht nur die Schweizerische Nationalbank, sondern auch die Europäische Zentralbank und die US-Notenbank senken durch ihre Finanzpolitik die Erträge von Staatsanleihen oder Zinsen. Die Europäische Zentralbank hat etwa Staatsanleihen von Irland, Portugal, Spanien und Italien aufgekauft, um als zu hoch erachtete Renditen zu senken. Ob solche Maßnahmen immer der richtige Weg sind? Es gibt zumindest Zweifler. Und manch ein Anleger mit Blick auf aktuelle schweizerische Staatsanleihen könnte zu ihnen gehören.