Tagesmütter, betreute Kinder und Versicherungsfälle!

Veröffentlicht am 13.07.2013.

Ohne Zweifel: Tagesmütter haben einen wichtigen Job. Sie sorgen für die Betreuung von Kindern in einer Zeit, in der es die Eltern nicht können. Gute Tagesmütter sind daher fast schon Gold wert. Aber was passiert etwa, wenn sich die Kinder während der Betreuungszeit verletzen oder wenn sie etwas beschädigen? Dann sorgt der passende Versicherungsschutz dafür, dass sich die Schäden in Grenzen halten. Aber was bedeutet das: passender Versicherungsschutz? Wer zahlt in welchem Fall was? Schauen wir uns die Sache etwas detaillierter an.

Ein verletztes Kind und weitere Versicherungsfälle

Im Allgemeinen gilt: Falls die Tagesmutter ihre Aufsichtspflicht nicht verletzt hat, zahlt die Krankenkasse des jeweiligen Kindes die Kosten für die medizinische Behandlung, wenn sich das Kind verletzt. Anders kann die Situation sein, wenn man der Tagesmutter eine Verletzung der Aufsichtspflicht nachweist. In diesem Fall kann sie unter Umständen haftbar gemacht werden. In diesem Fall greift die passende Haftpflichtversicherung, sofern die Tagesmutter sie abgeschlossen hat. Aber was bedeutet „passend“? Falls eine privat und direkt (nicht über eine Organisation) engagierte Tagesmutter ihre Tätigkeit „nur“ nebenbei ausübt und dabei unter einem bestimmten Einkommenslimit bleibt,  ist es durchaus möglich, dass eine private Haftpflichtversicherung greift.
Wird das Limit aber überschritten, wird sich eine Berufshaftpflichtversicherung abschliessen müssen. Nicht nötig ist das alles in der Regel, falls die Tagesmutter für eine Tagesmutter-Organisation arbeitet: In diesem Fall hat sie oftmals automatisch eine Betriebsunfall- und Betriebshaftpflichtversicherung. Die jeweils zuständige Haftpflichtversicherung ist wichtig, denn sie greift natürlich nicht nur, wenn sich ein Kind verletzt. Sie wird beispielsweise auch dann aktiv, wenn ein Aussenstehender durch eins der betreuten Kinder Dritten Schäden erleidet, schreibt der Schweizerische Verband Tagesfamilien SVT auf seiner Internetseite. Dagegen greift die möglicherweise vorhandene Privathaftpflichtversicherung DER ELTERN eines Kindes, wenn das Kind einem anderen betreuten Kind oder der Tagesmutter einen Schaden zufügt. 

Zahlt die private Haftpflichtversicherung bei Nebenberufen?

Etwas weiter vorne im Artikel war die Rede davon, dass private Haftpflichtversicherungen bisweilen auch dann greifen, wenn der Versicherte einen Nebenjob ausübt. Das ist allerdings keinesfalls bei allen privaten Haftpflichtversicherungen der Fall. Man wird schauen müssen, wie es bei der eigenen Versicherung aussieht. Eine private Haftpflichtversicherung, bei der Versicherungsschutz auch gegeben ist, während der Versicherte einer nebenberuflichen Tätigkeit nachgeht, ist die Helvetia-Privathaftpflichtversicherung. So heisst es in den Allgemeinen Versicherungsbedingungen (AGB) „Helvetia Privatkundenversicherung - Hausrat und Privathaftplicht“ in Punkt N11: „Versichert ist die Haftpflicht aus einer nebenberuflichen Tätigkeit sofern der Erwerb insgesamt pro Jahr nicht mehr als CHF 20’000.– beträgt“. Zusätzlich gibt es mit N9 einen Punkt, der sich explizit auf Tageskinder bezieht: „Versichert sind Ansprüche für Schäden an Dritten, die durch Pflege- und Tageskinder verursacht werden, die sich vorübergehend beim Versicherungsnehmer aufhalten.“