Umzug ins Altersheim – Versicherungen aussortieren

Veröffentlicht am 05.08.2013.

Der Umzug in ein Altersheim gehört zu den einschneidenden Punkten im Leben eines Menschen. Er gibt seinen eigenen Haushalt auf und begibt sich in eine Situation, in der ihm einerseits eine stärkere Betreuung zuteil wird, die ihn andererseits aber auch damit konfrontiert, dass er möglicherweise ein zuvor noch vorhandenes Stück Souveränität in der Alltagsbewältigung abgeben muss. Glaubt man Altersprognosen für die Schweiz, könnte der Anteil derjenigen Schweizer, die in einem Altersheim leben, weiter zunehmen. Die Schweizer werden älter und das führt auch dazu, dass sie für einen längeren Zeitraum eine passende Finanzierung ihres Alters planen müssen. Das rückt natürlich das Thema „Altersvorsorge“ in den Vordergrund. Zugleich können aber auch Einsparungen dafür sorgen, dass man mit seinem Geld gut auskommt, ohne deutlich an Lebensqualität zu verlieren. Wer vor dem konkreten Umzug in ein Seniorenheim steht oder ihn gerade hinter sich gebracht hat, sollte deshalb auch einmal die von ihm im Verlauf der Jahre abgeschlossenen Versicherungen auf den Prüfstand stellen. So lässt sich häufig Geld sparen, rät die Schweizer Konsumenten- und Beratungszeitschrift  „Beobachter“.
Die Schweiz altert
Dass die Bevölkerung in der Schweiz tendenziell altert, ist mehr als nur ein Gerücht. Zahlen, die die Tendenz belegen sollen, präsentiert etwa das deutsche RKW Kompetenzzentrum. Es ist eine gemeinnützige Forschungs- und Entwicklungseinrichtung des RKW Rationalisierungs- und Innovationszentrums der Deutschen Wirtschaft e.V. „Im Laufe der nächsten 25 Jahre altert auch die Bevölkerung der Schweiz in allen Kantonen stark“ schreibt das Kompetenzzentrum in einem Länderprofil „Schweiz“ zum demografischen Wandel und belegt die Behauptung unter anderem mit Zahlen des Schweizer Bundesamtes für Statistik (BFS). Laut der Szenarien zur Bevölkerungsentwicklung der Schweiz 2005–2050 erreichte die Lebenserwartung von Schweizer Männern 2004 78,6 und von Schweizer Frauen 83,7 Jahre. 2050 soll die Lebenserwartung für Männer bereits bei 85 und für Frauen gar bei 89,5 Jahre liegen. Das bedeutet dann einerseits: Man darf sich im besten Fall (wenn man weitgehend gesund bleibt) über zusätzliche aktive Jahre freuen. Es bedeutet andererseits aber auch, dass sich der arbeitsfreie Zeitraum nach dem Berufsleben verlängert und dass er irgendwie finanziert werden muss. Die passende Strategie zur Altersvorsorge wird dadurch noch wichtiger. Aber nicht alleine steigende Einnahmen helfen, sondern auch mögliche Kostensenkungen. Laut Schweizer Bundesverwaltung gab es in den Alters- und Pflegeheimen des Landes zum Stichtag 31. Dezember 2011 insgesamt 88.533 beherbergte Klientel, von denen 54.638 Frauen waren. Schaut man sich die Prognosen für die weitere Entwicklung an, dürften diese Zahlen weiter steigen. Und manch einer besitzt mit dem Umzug ins Seniorenheim plötzlich Versicherungen, die er gar nicht (mehr) benötigt.
Versicherungen auf dem Prüfstand
Eine Kostensenkung kann möglich werden, wenn man beim Umzug in ein Seniorenheim einen Blick auf seine Versicherungen wirft. Beispiele dafür gibt es einige. So versichern manche Altersheime ihre Bewohner kollektiv für Privathaftpflicht und Hausrat, berichtet das Magazin „Beobachter“. Besitzen die künftigen Bewohner bereits selbst eine Hausrat- und/oder Haftpflichtversicherung, sind sie also plötzlich doppelt versichert. Die Lösung muss allerdings nicht unbedingt heissen, die selbst abgeschlossenen Versicherungen zu kündigen, rät Beobachter.ch. Es kann auch sinnvoll sein, seine eigenen Versicherungen zu behalten und das Seniorenheim zu bitten, einen aus der Kollektivversicherung herauszunehmen, um so die Heimkosten zu senken. Der Blick auf die Hausratversicherung ist darüber hinaus sinnvoll, schreibt Beobachter.ch, weil sich der Hausrat beim Umzug ins Altersheim meistens verkleinert. Das führt schnell zu einer Überversicherung. Blicke auf bestehende Rechtsschutz- und Lebensversicherungen  sind oftmals ebenfalls sinnvoll, um im Alter Versicherungsschutz zu finden, der möglicherweise nicht mehr benötigt wird. Darüber hinaus lohnt nicht zuletzt oft auch der Vergleich bei Versicherungen, die man weiterhin halten möchte. Vielleicht gibt es dieselben Leistungen oder gar mehr zu günstigeren Prämien? Auch das würde ein finanziell abgesichertes Leben im Alter erleichtern.