Versicherungen für Cyber-Risiken: Studie ausgezeichnet

Veröffentlicht am 29.06.2014.

Christian Biener, Martin Eling und Jan H. Wirfs arbeiten beim Institut für Versicherungswirtschaft der Universität St. Gallen. Für eine Arbeit über Cyber-Risiken haben sie jüngst einen „Shin Excellence in Research Award“ der International Insurance Society und der Geneva Association erhalten. Ihre Studie mit dem Titel "Insurability of Cyber Risk: An Empirical Analysis" diskutiert die Eignung von Versicherungen für den Umgang mit Cyber-Risiken. Die Arbeit basiert auf aktueller Literatur sowie auf 994 Fällen von Verlusten, die durch Cyber-Risiken entstanden sind. Die Studie zeigt einmal mehr: Hauptrisikofaktor im Cyberspace ist der Mensch.
Hauptrisikofaktor Mensch
90% aller Fälle von Cyber-Problemen werden durch menschliches Handeln verursacht. Das berichten die drei Studienautoren in einer Powerpoint-Präsentation zu ihrer Studie. Nur jeweils 4% aller Fälle lassen sich dagegen auf Systemversagen oder fehlerhafte interne Prozesse zurückführen und nur 1% basiert auf externen Ursachen wie Feuer. Analysiert man die Fälle, in denen menschliches Handlen verantwortlich ist, basiert das Cyber-Problem in 42% aller Fälle auf einem falsch konfigurierten System. In 31% der Fälle sind Fehler des Endnutzers verantwortlich, in jeweils 6% angreifbarer Programmcode und gezielte Angriffe. In 15% der Fälle handelt es sich schließlich um unbestimmte Ursachen, so die Studie.
Aus ihren Erkenntnissen leiten die Studienautoren auch Schlussfolgerungen für die Versicherungsbranche ab. So sind laut Studie mehr Rückversicherungs-Kapazitäten nötig, die die Versicherer ihrerseits bei hohen finanziellen Forderungen aufgrund von Versicherungsfällen unterstützen. Zugleich sollten Versicherer die Attraktivität von Versicherungslösungen zum Schutz vor Cyber-Risiken steigern, indem sie sie beispielsweise mit weniger Selbstbehalt und höheren Obergrenzen ausstatten.
Für Unternehmer ist eine Marktschau sehr sinnvoll
Unternehmer, die sich bisher noch keine Gedanken über Versicherungslösungen zum Schutz vor Cyber-Risiken gemacht haben, sollten nachdenken, ob sie das nicht bald nachholen möchten. Schweizer Versicherer entwickeln permanent Konzepte für einen effektiven Schutz von Kunden vor Cyber-Risiken. Ein Beispiel dafür ist der Versicherer Zurich mit seiner Versicherung "Cyber Security and Privacy". Sie sichert das versicherte Unternehmen weltweit "gegen Kostenfolgen aufgrund von Datenverlusten und vielfältigen Cyber-Attacken“ ab, ist modular aufgebaut und bietet laut Zurich eine "breite Deckung für Haftpflicht sowie Folgekosten im eigenen Betrieb“. Der einzige Anbieter ist Zurich dabei natürlich nicht. Unternehmer sollten daher Angebote vergleichen und sich auf der Basis für ein passendes entscheiden.
Ein Preis für praxisorientierte Studien
Der jetzt an die Studie über "Versicherung und Cyber-Risiken" vergebene Shin Research Excellence Award zeigt, dass die Thematik international als relevant angesehen wird. Die International Insurance Society (IIS) und die Geneva Association vergeben den Award gemeinsam. Ziel ihrer Kooperation: Sie möchten praxisorientierten Versicherungsstudien, die sich mit aktuellen Anliegen und Herausforderungen für große Versicherer beschäftigen, eine weitgestreute und globale Verbreitung ermöglichen.
Links zum Text: Cyber Risk