Verstopfung und Übergewicht als Folge von Stress

Veröffentlicht am 08.10.2013.

Stress kann belastend sein. Stress kann Kopfschmerzen verursachen und bisweilen trägt Stress auch dazu bei, dass das Gewicht steigt und steigt, denn manch ein Gestresster hat es verlernt, Sättigungsgefühle beim Essen wahrzunehmen und seine Ernährung am Spannungsfeld Hunger/Sättigung auszurichten. Aber das ist nicht die einzige mögliche Wirkung von Stress auf Ernährung und Verdauung: Stress kann einem sprichwörtlich auf den Magen schlagen. In diesem Fall hilft es natürlich, den Stress zu reduzieren. Möglich ist es aber auch, direkter bei der Ernährung anzusetzen, unter anderem, indem man sich auf das Essen konzentriert und nicht gleichzeitig arbeitet, rät die diplomierte Ernährungsberaterin Marlène Gautschi in CARE, dem Kundenmagazin des Krankenversicherers Concordia (Ausgabe: September 2013).
Ignoriertes Sättigungsgefühl und andere Probleme
Die Magenwand wird im Normalfall irgendwann durch aufgenommene Nahrung so gedehnt, dass ein erstes Sättigungsgefühl entsteht. Eiweiss sättigt dabei eher als Kohlenhydrate und Fett, schreibt Marlène Gautschi.
Durch physische und psychische Faktoren kann die angeborene Hunger-Sättigungs-Automatik durcheinandergeraten, fährt sie fort, sodass „man nicht mehr spürt, wann man echten Hunger hat oder wann man satt ist“. Das kann wiederum schnell dazu beitragen, dass man mehr isst, als der Körper benötigt, was dann zu Übergewicht führt. Stress kann einer der Faktoren sein, der zum Ignorieren des Sättigungsgefühls beiträgt.
Wie solche Mechanismen funktionieren, hat das deutsche Magazin „Der Spiegel“ anschaulich am Beispiel des Komikers Markus Maria Profitlich beschrieben. Er hat sich zeitweise nur fünf bis sechs Stunden Schlaf gegönnt und hatte während des arbeitsreichen Tages immer wieder auch intensive Phasen der Nahrungsaufnahme, bis irgendwann alles zu viel wurde. Ernstzunehmende Gesundheitsprobleme folgten. Übergewicht alleine als Folge von Stress zu sehen, greift mit Sicherheit zu kurz. Als ein auslösender Faktor unter anderen spielt er aber eine Rolle. Und das möglicherweise nicht alleine, weil er das Essverhalten von Menschen verändern kann. Eine Rolle könnten auch sogenannte Glukokortikoide spielen, eine Hormonart, die durch Stress vermehrt im Körper entsteht. Das Medizinportal „Doccheck.com“ berichtete Anfang Juli 2013 über eine medizinische Forschung eines Teams um Martin Bilban vom Klinischen Institut für Labormedizin der MedUni Wien. Demnach wirken Glukokortikoide durch Wirkungsketten auch auf die Umverteilung von Fettgewebe in Richtung Bauchfett sowie auf die Fettzellbildung allgemein. Und schliesslich muss sich Stress auch gar nicht aufs Gewicht auswirken, sondern kann die Gesundheit auch auf andere Weise beeinträchtigen. Er kann etwa den Verdauungstrakt belasten, indem er zum Entstehen von Verstopfung oder Durchfall beiträgt.
Ernährungsprobleme durch Stress - Vermeidungsstrategien
Ein Ignorieren des Sättigungsgefühls lässt sich mit einigen Tipps verhindern, die Marlène Gautschi LeserInnen im Concordia-Kundenmagazin gibt. So rät sie beispielsweise dazu, langsamer zu essen, weil man den Genuss dadurch verdoppelt und mit weniger Nahrung satt wird. Zudem sei es besser, in Stress-Zeiten ganz aufs Essen zu verzichten und das Essen nachzuholen, wenn wieder Ruhe eingekehrt ist. Concordia-Versicherte müssen sich jedoch nicht mit allgemeinen Tipps zufriedengeben. Sie können Marlène Gautschi nämlich auch gratis online kontaktieren, um ihre persönlichen Ernährungsfragen zu stellen. Das kann dabei helfen, die Ernährung so zu gestalten, dass sie optimal zur Gesundheit UND zum Genuss beiträgt. Wichtig ist es bei alledem aber auch, das Thema Ernährung nie losgelöst von anderen Themen zu sehen, sondern sich ganzheitlich um ein Leben zu bemühen, dass der Gesundheit dient UND Raum für Genuss lässt. Passende Zusatzversicherungen zur obligatorischen Krankenversicherung können hier wichtige Beiträge leisten, indem sie sich an der Finanzierung von Wellness- und Fitnessangeboten beteiligen.
Link zum Text: MedUni Wien