Wem nutzt die Taggeldversicherung?

Veröffentlicht am 27.05.2013.

Vielen Menschen fällt bei der Frage, für wen eigentlich eine Taggeldversicherung geeignet ist, als allererstes die Gruppe der Selbstständigen ein. Das ist auch verständlich. Schliesslich sorgt eine Taggeldversicherung dafür, dass man auch dann Einnahmen erhält, wenn man durch Krankheit vorübergehend nicht arbeiten kann, was für Selbstständige und Freiberufler besonders wichtig ist. Sie haben im Krankheitsfall in der Regel vom ersten Tag an einen Verdienstausfall, den sie nur durch Erspartes eine Weile lang kompensieren können. Die Taggeldversicherung sorgt dafür, dass sie beim Verdienstausfall deutlich länger finanziell abgesichert sind. Das bedeutet natürlich nicht, dass die Taggeldversicherung nur für Selbstständige und Freiberufler interessant ist. Hausfrauen und -männer sowie Arbeitnehmer sollten ebenfalls überlegen, ob eine Taggeldversicherung ihre Absicherung im Fall von Krankheit nicht beträchtlich verbessert.
Taggeldversicherung für Hausfrauen und -männer
Warum auch für Hausfrauen und -männer eine Taggeldversicherung oftmals Sinn macht? Weil insbesondere in einer Familie nicht alleine die Arbeit wichtig ist, die der Familie Geld einbringt, sondern auch die Arbeit im Haushalt. Sie sorgt dafür, dass die Wohnung nicht verdreckt, dass Essen auf den Tisch kommt, Wäsche gewaschen wird, Kinder nicht unversorgt bleiben. Fällt hier jemand aus, der den Haushalt führt und der keine Taggeldversicherung abgeschlossen hat, muss seine Arbeitskraft unter Umständen vorübergehend gegen eine bezahlte ersetzt werden. So etwas überfordert die Haushaltskasse schnell. Eine Taggeldversicherung kann genau das verhindern.
Taggeldversicherung für Arbeitnehmer
Arbeitnehmer erhalten von ihrem Arbeitgeber im Krankheitsfall eine Lohnfortzahlung und benötigen deshalb keine Taggeldversicherung? Das stimmt ... für eine Weile. Dauert der Arbeitsausfall jedoch länger, ist insbesondere für diejenigen schnell Schluss mit Lohnfortzahlung, die noch nicht sehr lange in ihrem Job arbeiten. Wie lange die Lohnfortzahlung dauert, falls keine Sondervereinbarungen getroffen wurden, ist davon abhängig, in welchem Kanton der Arbeitnehmer lebt. Für die meisten Kantone gilt hier die Berner Skala, für Appenzell Innerrhoden, Appenzell Ausserrhoden, Zürich, Schaffhausen und Thurgau die Zürcher Skala sowie für Basel-Landschaft und Basel-Stadt die Basler Skala.
Wer etwa im dritten Jahr bei seinem Arbeitgeber arbeitet, bekommt laut Berner und Basler Skala acht Wochen Lohnfortzahlung, laut Zürcher Skala neun Wochen. Im ersten Dienstjahr sind es laut aller Skalen nur drei Wochen. Danach ist dann Schluss, ob man nun gesund geworden ist oder nicht. Ist man es nicht, muss man ans Gesparte. Ist auch das aufgebraucht oder gar nicht vorhanden, wird es möglicherweise ohne Taggeldversicherung für Arbeitnehmer schnell problematisch. Man sollte das verhindern.
Ein kleines Fazit
Die Taggeldversicherung ist für viele verschiedene Zielgruppen eine interessante Option, die vor grösseren finanziellen Problemen im Krankheitsfall bewahren kann. Allerdings sind keineswegs alle Varianten der Taggeldversicherung gleich. Anbieter gibt es viele: von "A" wie Agilia bis "V" wie Visana". Und da die Bedingungen der einzelnen Versicherungen teils sehr unterschiedlich sind, sollte man die Angebote auf jeden Fall miteinander vergleichen, bevor man sich entscheidet.