Weniger Rente, länger Arbeit: die Zukunft der Schweizer?

Veröffentlicht am 30.06.2016.

Der Plan der Politik scheint klar zu sein: Es soll weniger Geld für Rentner und eine Anhebung des Rentenalters geben. Mit diesen Massnahmen möchte man das Loch in der Schweizer Rentenkasse stopfen.

Die bürgerlichen Parteien BDP, GLP, FDP und SVP tendieren deshalb dazu, die Rentenzahlungen zu kürzen. Im Rahmen der Debatten um die Altersreform 2020 wird von einer Kürzung um 0,8% gesprochen.

Das betrifft den Pensionskassen-Umwandlungssatz. Er liegt aktuell bei 6,8% und könnte auf 6,0% fallen. In der Vergangenheit waren diverse Massnahmen zur Kompensation auf dem Tisch, die das Rentenniveau ausgleichen sollten. In den aktuellen Vorschlägen ist davon keine Spur. Eine Senkung des Rentenniveaus wirkt mit den neuen Vorlagen unumgänglich.

Pensionskürzungen von bis zu 12% könnten möglich sein

Kommt es tatsächlich zur Senkung des Umwandlungssatzes, fallen pro Rentner im Durchschnitt 2’400 Franken im Jahr weg. In der Schweiz liegt das Altersguthaben im Schnitt bei 300'000 Franken. Es gibt allerdings auch Vorschläge, die Senkung der Auszahlungen auf irgendeine Weise auszugleichen. Der Ständerat und der Bundesrat nennen dafür unter anderem eine Erhöhung der AHV-Rente. Der Ständerat gibt ihre Höhe mit 70 Franken im Monat an. Das Beitragsalter liegt aktuell bei 25 Jahren.

Mit einer Senkung auf 21 Jahre wäre ein längerer Zeitraum für das Ansparen gegeben. Da die Senkung nicht schrittweise vorgenommen werden soll, ist ausserdem eine Einmaleinlage für die Übergangsgeneration im Gespräch. Die SGK scheint von diesen Vorschlägen jedoch wenig zu halten. Diverse Quellen berichten, dass die meisten Ansätze für die SGK nicht infrage kommen. Eine Ausnahme bildet der Ansatz, dass Frauen bei der Berechnung der tatsächlichen AHV-Rentenzahlungen begünstigt werden sollen. Laut Sebastian Frehner, einem SVP-Nationalrat, steht der Kurs seiner Partei auf Kompensation. Zahlungen und Leistungen auszubauen, sei in seinen Augen kontraproduktiv.

Erhöhung des Rentenalters

Der aktuelle Langzeitplan der Politik sieht eine Sicherung der Altersvorsorge bis 2030 vor. Es macht aber den Anschein, das die SVP diesen Zeitraum um fünf Jahre verkürzen möchte. Bei ihr wird lediglich mit einer Sicherung bis 2025 geplant. In diesen Zusammenhang kommt auch eine Anhebung des Renteneintrittsalters ins Gespräch. Man ist sich der Tatsache bewusst, dass dafür die notwendigen Stimmen aus dem Volk gesichert werden müssen. Bisher sind sämtliche Vorschläge allerdings noch im Anfangsstadium.

Die Beschlüsse der SGK werden erneut überprüft. Eine endgültige Entscheidung ist noch nicht gefallen und eine zweite Beratungsrunde findet im August statt. FDP-Nationalrat Bruno Pezatti geht allerdings davon aus, dass die Grundideen sich nicht stark ändern werden. Der Kurs der bürgerlichen Parteien steht fest. Die Schweizer müssen damit rechnen, dass die Auszahlungen gekürzt und das Rentenalter angehoben werden.

Es ist bereits ein Verfahren durchgesetzt, welches das Renteneintrittalter automatisch um zwei Jahre erhöht, sollte das AHV-Fonds-Kapital weniger als 80 Prozent der Jahreskosten decken. Eine Erhöhung der Mehrwertsteuer um bis zu 0,4 Prozent ist beschlossen. Der AHV-Fonds ist speziell dafür ins Leben gerufen worden, Einnahmeschwankungen für die AHV auszugleichen. Das System sichert einen kontinuierlichen Kapital für die Deckung der Rentenzahlungen. Das Erhöhungssystem soll dabei als Notbremse dienen, die mehrfach zum Einsatz kommen kann. Wird eine Erhöhung des Rentenalters auf 67 Jahre umgesetzt, und das Fondskapital stabilisiert sich nicht, ist eine weitere Erhöhung denkbar.

Erhöhung des Renteneintrittsalters endgültig

Erholt sich die wirtschaftliche Lage und das Hauptkapital der AHV ist gesichert, wird der Fonds nicht mehr voll belastet. In diesem Fall wird das Renteneintrittsalter allerdings nicht nach unten korrigiert. Kritische Stimmen sagen, das genau hier die Absicht der bürgerlichen Parteien klar zu erkennen ist. Wird der Umwandlungssatz erhöht und Ausgleichsmassnahmen werden nicht umgesetzt, resultiert diese Handhabe unweigerlich in einer Erhöhung des Rentenalters. Experten gehen davon aus, dass die automatische Erhöhung in etwa 12 Jahren das erste Mal zum Tragen kommt. Warten wir ab, wie sich die Dinge entwickeln.