Wildunfall - Tipps für Prävention und richtiges Verhalten

Veröffentlicht am 15.10.2013.

Über 20.000 Wildunfälle gibt es jährlich auf den Schweizer Strassen, wobei der Herbst eine besonders gefährliche Zeit ist. Das berichtet aktuell die Allianz Schweiz und warnt davor, dass Verkehrsteilnehmer auch in urbanen Regionen nicht völlig sicher sein können, vor einem Wildunfall komplett gefeit zu sein. Der Versicherer gibt zudem Tipps, wie man präventiv vorgeht und wie man sich nach einem Wildunfall richtig verhält. Ähnliche Tipps gibt es auch vom Schweizerischen Versicherungsverband (SVV) sowie von weiteren Organisationen.
Wildunfälle in der Schweiz – ein paar Zahlen
Im eher ländlich geprägten Graubünden stehen laut Allianz Suisse 40 Prozent aller Unfälle im Zusammenhang mit Wildwechsel. 2012 waren das fast 1.000 Unfälle pro Jahr. In urbanen Regionen sind Wildunfälle seltener, aber keinesfalls unmöglich. Immerhin gibt es auch in der Stadt Zürich pro Jahr etwa 113 Wildunfälle, berichtet der Versicherer. Vom 1. April 2012 bis zum 31. März 2013 starben beispielsweise unter anderem 31 Rehe, 60 Füchse und 5 Wildschweine, wobei Allianz Suisse mit einer etwa doppelt so hohen Dunkelziffer rechnet. Für Menschen geht solch ein Unfall oftmals relativ glimpflich aus, aber keineswegs immer. In rund hundert Fällen werden Verkehrsteilnehmer teilweise schwer verletzt, berichtet Allianz Suisse. Und der Versicherer hat noch mehr Zahlen zu bieten: Jeden Monat gehen 150 bis 180 Schadenmeldungen aufgrund von Wildunfällen bei ihm ein. Den durch Wildunfälle entstehenden Gesamtschäden beziffert er unter Berufung auf den Schweizerischen Versicherungsverband (SVV) mit „jährlich rund 25 Millionen Franken“.
Der Herbst ist besonders gefährlich
Allianz Suisse nennt zwei Gründe, warum speziell der Herbst ein besonders hohes Risiko für Wildunfälle birgt. Das Wild wechselt in dieser Zeit deutlich häufiger zwischen abgemähten, ihnen keinen Schutz mehr bietenden Feldern und Rückzugsgebieten im Wald. Zudem setzt die Dämmerung früher ein und innerhalb dieser Zeit ist es für Autofahrer deutlich schwerer, Wildwechsel früh genug zu erkennen. "Bei dem Warnschild "Wildwechsel" müssen Autofahrer unbedingt vom Gas gehen und beide Strassenränder im Auge behalten. Die beste Prävention gegen Wildunfälle ist eine angepasste Geschwindigkeit", rät Jörg Zinsli, Leiter Schaden der Allianz Suisse. Oftmals sind Tiere im Rudel unterwegs, fährt er fort, und sie flüchten auch nicht stets auf dem kürzesten Weg, sondern laufen „oft in panischer Angst vor dem Fahrzeug“ her.
Ein Flyer der Verbände SVV, Schweizer Tierschutz und Revierjagd Schweiz gibt weitere Tipps: So empfehlen die Verbände etwa, nicht zu weit rechts zu fahren, sondern eher nahe des Mittelstreifens, falls das möglich ist. Besondere Vorsicht sollte man walten lassen, wenn man bereits Tiere in Strassennähe erblickt. In diesem Fall sollte man sein Tempo drosseln und eventuell angeschaltete Scheinwerfer auf Abblendlicht reduzieren. Und wenn sich Tiere bereits auf der Strasse befinden, raten die Verbände den Autofahrern, zu hupen, Abblendlicht und Warnblinker einzuschalten und – wenn möglich – anzuhalten. Zu besonderer Vorsicht mahnen die drei Verbände „an unübersichtlichen Stellen wie Wald, Hecken und hohen Getreidefeldern“.
Und wenn dann doch etwas passiert?
Wer mit ausreichend Vorsicht fährt, kann das Risiko eines Wildunfalls deutlich reduzieren, aber nicht komplett auf „0“ senken. Falls trotz aller Vorsicht etwas geschieht, sichert man die Unfallstelle durch Warnblinklicht und Warndreieck ab, rät Allianz Suisse. Weitere Ratschläge: Man sollte in jedem Fall die Polizei rufen, da Wildunfälle meldepflichtig sind. Tote oder verletzte Tiere entfernt man von der Strasse, transportiert sie aber NICHT mit dem Auto ab. Zuletzt rät die Allianz Suisse auch, den Versicherer schnellstmöglich zu kontaktieren. Schäden durch Wildunfälle sind durch die Autoversicherung (Teil- oder Vollkasko) gedeckt. Wer keine hat, sollte überlegen, ob es nicht Sinn macht, eine abzuschliessen.