Zinsen für Festhypotheken: Nahe Rekordtief

Veröffentlicht am 13.07.2014.

Ende 2012 befanden sich die Zinsen für Festhypotheken auf einem Rekordtief. Die Prognose von Experten lautete: Die Zinsen werden wieder ansteigen. Entgegen diesen Voraussagen sind die Zinsen für Festhypotheken gemäss Zahlen von comparis.ch im zweiten Quartal 2014 wieder gesunken und nähern sich sogar dem Rekordtief von 2012 an. Für Eigenheimbesitzer lohnt es sich zu verhandeln und Offerten für verschiedene Hypotheken einzuohlen: Bis zu zehnjährige Festhypotheken können zu einem Zins von unter 2 Prozent abgeschlossen werden. Trotz verschärften Anforderungen für die Hypothekenvergabe und strengerer Selbstregulierung der Banken im Hypothekarbereich ist der Kauf von Immobilien also immer noch attraktiv.

2. Quartal 2014: Tiefere Zinsen für zehnjährige Festhypotheken

Die Richtzinsen für zehnjährige Festhypotheken sind im zweiten Quartal 2014 von 2,2 auf 2,4 Prozent gesunken, wie das Hypotheken-Barometer von comparis zeigt. Zehnjährige Festhypotheken konnten von Kunden mit guter Bonität im vergangenen Quartal oftmals gar unter 2 Prozent abgeschlossen werden. Die Zinsen für fünfjährige Laufzeiten gingen von 1,6 auf 1,4 Prozent zurück, gut verhandelte Geschäfte konnten zu 1,2 bis1,3 Prozent abgeschlossen werden. Damit liegen die Zinsen wieder auf dem gleichen Niveau wie vor gut einem Jahr und nahe am Rekordtief von Ende 2012, wie der Internet-Vergleichsdienst in einer Medienmitteilung schreibt. 

Banken: Strengere Selbstregulierung

Die Behörden wollen die grosse Nachfrage nach Hypotheken bremsen: Der Bundesrat begrüsste die strengere Selbstregulierung der Banken. In diesem Rahmen wurden Ende Juni die Anforderungen für die Vergabe von Hypotheken verschärft. Die Frist für die Amortisation der Hypothekarschuld wurde auf zwei Drittel des Belehnungswerts von 20 auf 15 Jahre verkürzt. Die Amortisation von Neuhypotheken muss zudem in regelmässigen Tranchen (linear) erfolgen, wie die Schweizerische Bankiervereinigung (SBVg) gemäss cash.ch mitteilte. Durch diese Massnahmen soll ein Beitrag zur Beruhigung des Immobilien- und Hypothekarmarktes geleistet werden. Comparis-Sprecher Schneuwly beruhigt: « Trotz der schärferen Vergaberichtlinien ist der Traum vom Eigenheim noch lange nicht ausgeträumt. Nur jeder zwanzigste potenzielle Immobilienkäufer wird angesichts der neuen Bedingungen wohl eine günstigere Immobilie suchen müssen. Denn die Auswirkungen der verschärften Amortisation sind gering. Zudem können betroffene Hypothekarnehmer oftmals mehr Eigenmittel beisteuern, durch Erhöhung des Vorerbes, Familien-Darlehen oder Vorsorgegelder.»

Nachfrage nach Hypotheken mit langfristiger Laufzeit steigt

Nicht nur die Zinsen haben sich geändert, sondern auch die Nachfrage. Der Trend geht in Richtung langfristige Laufzeiten.  Bei den Neuabschlüssen von Festhypotheken zwischen April und Juni bevorzugten drei Viertel der Schuldner Festhypotheken mit langfristigen Laufzeiten zwischen 7 und 15 Jahren. Knapp ein Viertel wählte mittelfristige Laufzeiten zwischen 4 und 6 Jahren. Nur 3 Prozent entschieden sich für kurzfristige Laufzeiten von 1 bis 3 Jahren.

Entscheidet man sich, dem Trend zu folgen und eine Hypothek mit zehnjähriger Laufzeit aufzunehmen, lohnt sich der Vergleich von verschiedenen Hypotheken. Die Zinssätze variieren teilweise nämlich erheblich. Zudem sollten gewisse Spartipps beachtet werden, um die Zinsen so tief wie möglich halten zu können.