Zurich kann mit 2011 (nicht ganz) zufrieden sein

Veröffentlicht am 17.02.2012.

Der Business Operating Profit (BOP) der Zurich Financial Services Group ist 2011 zwar im Vergleich zu 2010 um zwölf Prozent auf 4,26 Milliarden US-Dollar gesunken, dennoch dürfte die Gruppe mit dem Jahr nicht völlig unzufrieden gewesen sein. Der den Aktionären zurechenbare Gewinn nach Steuern stieg nämlich von knapp 3,43 Milliarden auf knapp 3,77 Milliarden US-Dollar. Analysten waren ursprünglich allerdings von über vier Milliarden US-Dollar ausgegangen.
Naturkatastrophen prägten das Versicherungsjahr 2011
„Man habe in einem von Naturkatastrophen geprägten Jahr ein gutes Ergebnis erzielt“, wird Martin Senn, Chief Executive Officer der Gruppe, in der Meldung zum Ergebnis 2011 zitiert. 2011 war unter anderem das Jahr der Erdbeben in Japan und Neuseeland, verschiedener weltweiter Wetterschäden und Überschwemmungen in Thailand sowie Nachbeben in Neuseeland im vierten Quartal. Der so genannte Schaden-Kosten-Satz bei den Sachversicherungen der Gruppe stieg unter anderem dadurch von 97,9 Prozent im Jahr 2010 auf 98,8 Prozent 2011. Bei einem Satz von 100 Prozent entsprechen die Schadenszahlungen und Verwaltungskosten genau den Prämieneinnahmen. Insgesamt sollen die durch die Katastrophen verursachten Zahlungen die Grenze von einer Milliarde US-Dollar überstiegen haben. Die gesteigerten Gewinne trotz dieser Katastrophen kamen unter anderem durch gute Absicherungsgeschäfte und Beteiligungsverkäufe zustande sowie durch fehlende Abschreibungen. Die Dividende pro Aktie wird bei siebzehn Franken liegen.
Neuer Name, neue Leute
Mit den Zahlen für 2011 gab Zurich auch seine gewünschte Namensänderung bekannt. Stimmt die Generalversammlung am 29. März zu, wird die Gesellschaft statt „Zurich Financial Services“ zukünftig „Zurich Insurance Group“ heissen und damit auch im Namen der Konzentration auf das Versicherungsgeschäft Rechnung tragen. Änderungen in den Personalien stehen ebenfalls bevor. Manfred Gentz und Vernon Sankey stehen als Mitglieder des Verwaltungsrates nicht mehr zur Verfügung. Für sie kommen wohlmöglich Alison Carnwath (Grossbritannien) und Rafael del Pino (Spanien) in den Rat. Da Manfred Gentz auch Präsident des Verwaltungsrates gewesen ist, wird über den möglichen Nachfolger spekuliert. Ein Name der dabei fällt ist der von Josef Ackermann, derzeit noch Chef der Deutschen Bank.