Krankenkassenvergleich 2020: Sinkende Prämien voraus?

Veröffentlicht am 18.09.2019.

Ende September werden die neuen Krankenkassenprämien für das kommende Jahr 2020 veröffentlicht. Da am 20. Oktober Parlamentswahlen stattfinden, steht die diesjährige Bekanntgabe unter besonders strenger Beobachtung des Wahlvolks.

Wie genau die Prämien fürs nächste Jahr ausfallen werden, kann man erst nach der Veröffentlichung durch das BAG sagen. Auch wenn sie sinken sollten, lohnt es sich immer noch für den Einzelnen zu prüfen, ob er oder sie bei der günstigsten Krankenkasse im Wohnkanton ist. Ein Krankenkassenvergleich 2020 benötigt keine zwei Minuten, legt aber ein enormes Sparpotential offen. Wer beispielsweise bereit ist seine Franchise oder das Versicherungsmodell zu wechseln, kann mehrere Tausend Franken im Jahr sparen.

Helsana und CSS kündigen sinkende Prämien an

Verglichen mit den durchschnittlichen 4,6 Prozent, um die die Prämien seit 1996 pro Jahr gestiegen sind, erlebten die Schweizer 2019 nur einen moderaten Anstieg von im Schnitt 2,7 Prozent. Kommt nun für 2020 der viel beschworene „Prämienschock“? Mitnichten, denn die beiden grössten Schweizer Krankenkassen, die Helsana und die CSS, haben bereits angekündigt, dass die Prämien für viele ihrer Kunden sinken dürften.

Grund hierfür ist die gemässigte Entwicklung bei den Gesundheitskosten. Beispielsweise werden durch ambulante Listen weniger Behandlungen stationär durchgeführt. Helsana-Chef Schmutz sieht aber auch ein gesteigertes Verantwortungsbewusstsein bei den Versicherten: Immer mehr sei bewusst, dass es weder gut für sie noch das System sei, wegen jeder Bagatelle zum Arzt zu rennen.

SP fordert sofortiges Prämienmortatorium

Die Ankündigung sinkender Prämien ist allerdings nicht bei allen ein Grund zu Freude. Die SP sieht hinter der Ankündigung nicht mehr als einen Marketing-Stunt der Versicherer und fordert in einer dringlichen Interpellation vom Bundesrat eine Stellungnahme zum Vorgehen der Kassen. Barbara Gysi, SP-Nationalrätin, fordert ein sofortiges Prämienmoratorium, da die Krankenkassen Milliarden aus Überschüssen horten, die eigentlich den Prämienzahlenden gehörten. Ferner wirbt die SP auch für ihre Prämieninitiative, die beinhaltet, dass kein Haushalt mehr als zehn Prozent des verfügbaren Einkommens für die Krankenkasse aufbringen muss.

Studie untersucht Prämienlast der Haushalte

Dass die Prämienlast in der Schweiz ungleich verteilt ist, sollte niemanden überraschen. Die Verbindung der Schweizer Ärztinnen und Ärzte (FMH) hat in einer aktuellen Erhebung genau untersucht, wie ungleich die Prämienlast verteilt ist: Während das oberste Fünftel nur 4,7 Prozent ihres verfügbaren Einkommens für die Prämien der obligatorischen Krankenversicherung ausgeben müssen, liegt der Anteil beim untersten Einkommensquintil bei 14,4 Prozent. Am höchsten fällt die Belastung für Paare ab 65 Jahre ohne Kinder aus: Beim niedrigsten Einkommensfünftel beträgt die Quote satte 20,6 Prozent.