2013: Erfolgreiches Jahr für Schweizer Privatversicherer

Veröffentlicht am 11.02.2014.

Das Jahr 2013 kann aus Sicht der Privatassekuranz als erfolgreich bezeichnet werden, wie der SVV in einer Pressemitteilung schreibt. Die Versicherungen befinden sich auf Wachstumskurs – trotz Tiefzinsumfeld und anspruchsvollen Rahmenbedingungen. Konkret konnte im Bereich der Schadenversicherungen konnte ein stabiles Wachstum verzeichnet werden. Bei den kollektiven Lebensversicherungen ist die Nachfrage nach Vollversicherungen gestiegen. Jedoch hebt der SVV hervor, dass die Schweiz eine Regulierungsstrategie braucht.
Schweizer Wirtschaft: Privatversicherer haben erneut wichtigen Beitrag geleistet
Letztes Jahr haben die Privatversicherer ihre Solidität und Leistungsfähigkeit unter Beweis gestellt. Dies dank soliden Finanzergebnissen, einer durchschnittlichen Schadenentwicklung und Verbesserungen in der Kosteneffizienz. Gemäss Urs Berger, dem Präsident des Schweizerischen Versicherungsverbandes SVV, haben die Privatversicherer erneut ihren Beitrag an eine prosperierende Schweiz geleistet: „Mit einer Brutto-Wertschöpfung von 20 Milliarden Franken oder einem Anteil von 4 Prozent an der Gesamtwirtschaft zählen die Schweizer Versicherer zu den 8 bedeutendsten Branchen des Landes. Bei der Produktivität liegen sie sogar an der Spitze.“
Schadenversicherung und Lebensversicherungen auf Wachstumskurs
Zu dieser positiven Bilanz haben auf der einen Seite die Prämieneinnahmen in der gesamten Schadenversicherung beigetragen. Bezüglich des Prämienvolumens in diesem Bereich kann mit einem Zuwachs von etwa 1,6 Prozent für das ganze Jahr über alle Gesellschaften und Sparten gerechnet werden. Das Wachstum befindet sich im Rahmen der Vorjahre und liegt nur geringfügig unter der Entwicklung des Brutto-Inlandprodukts. Letzteres ist im 3. Quartal 2013 im Vergleich zum 3. Quartal 2012 um 1,9 Prozent gewachsen, wie der Statistik des SECO zu entnehmen ist.
Der SVV rechnet nicht nur im Bereich der Schadenversicherung mit einem Wachstum, sondern auch im gesamten Geschäft der Lebensversicherungen. Konkret kann auf diesem Gebiet mit einem Zuwachs von 5,4 Prozent gerechnet werden. Dies geht auf den Erfolg im Kollektivleben-Geschäft zurück: Für das vergangene Jahr wird ein Wachstum der Prämieneinnahmen von 7,9 Prozent erwartet. Eine starke Nachfrage wurde vor allem nach dem Vollversicherungsmodell verzeichnet. Auf der anderen Seite ist jedoch das Prämienvolumen in der Einzel-Lebensversicherung geschrumpft. Dieses Ergebnis entspricht der Entwicklung der Vorjahre. Konkret wird für 2013 ein Verlust von 1,2 Prozent erwartet.
Schweiz braucht Regulierungsstrategie
Trotz der gesamthaft guten Ergebnisse, bereitet dem SVV das regulatorische Umfeld sorgen, wie der Pressemitteilung zu entnehmen ist. „Vielfältige Ansprüche aus unterschiedlichen Bereichen wie Steuern, Konsumentenschutz, Finanzstabilität, Aufsichtsrecht oder sogar Genderthemen führen zu zahlreichen und teilweise unkoordinierten Regulierungen diverser Amtsstellen. Die Folgen sind Ineffizienzen und Einschränkungen, die unserer Innovationsfähigkeit und Wettbewerbsfähigkeit schaden. Um dies zu verhindern, braucht die Schweiz eine Regulierungsstrategie, die klare Ziele und praktikable Regulierungsgrundsätze definiert“ fordert SVV-Präsident Urs Berger.
Dialog zwischen Aufsichtsbehörden und Unternehmen muss gefördert werden
Gemäss dem Schweizer Solvenztest SST erreichte die Branche der Privatversicherer eine Bedeckung von 190 Prozent - das ist fast doppelt so hoch wie die Interventionsschwelle. Ende 2012 betrugen die anrechenbaren Eigenmittel sämtlicher schweizerischer Versicherungsgesellschaften mehr als 90 Milliarden Franken bei einer gesamten Bilanzsumme von knapp 600 Milliarden Franken. Damit die Schweizer Versicherer jedoch im internationalen Wettbewerb nicht benachteiligt werden, stehen nun die Gleichwertigkeit und gegenseitige Anerkennung der Aufsichten auf internationaler Stufe im Zentrum. Dies kann durch eine Förderung des Dialogs zwischen Aufsichtsbehörde und Unternehmen erreicht werden.