26 Prozent Eigenkapital für CS und UBS?

Veröffentlicht am 25.07.2011.

Müssen die beiden Schweizer Grossbanken Credit Suisse und UBS schon bald 26 Prozent anstelle der diskutierten 19 Prozent an Eigenkapital aufweisen. Beide Seiten – Politiker und Banken – sind erstaunt.
19 Prozent ist eigentlich die geweihte Zahl, welche im Parlament und im Bundesrat behandelt wurde. 19 Prozent – so viel sollen die beiden Schweizer Grossbanken Credit Suisse und UBS an Eigenkapital aufweisen, damit der Puffer für die nächste Wirtschaftskrise, welche mit Sicherheit kommt, gross genug ist, um nicht wieder nicht wieder den Steuerzahler zur Kasse zu bitten.
Jetzt sorgt aber ein Artikel einer renommierten Schweizer Zeitung für Verwirrung. Neu sollen 26 Prozent an eigenen Mitteln und 23 Prozent bei der UBS für das sogenannte risikogewichtete Investment sein. Denn dort würde das tatsächliche Minimum liegen, wenn man den Forderungen der Behörden nachkommen möchte. Dies hätten zumindest Grossbankenvertreter in der Wirtschaftskommission des Ständerats vorgerechnet.
Dies wären 20 Milliarden mehr an Eigenkapital
Wenn die beiden Banken tatsächlich Eigenkapital von 23 respektive 26 Prozent aufweisen müssten, macht dies pro Bank schnell einmal 20 Milliarden mehr aus. Dies passt den Banken gar nicht, da Eigenkapital sehr rar ist. Für die Aktionäre würde sich ein Investment nicht mehr lohnen, da der Gewinn auf zu viele Kapital verteilen würde.
Tatsache ist, dass die neuen Zahlen nicht nur bei den Politikern, sondern auch bei unabhängigen Beobachtern Kopfschütteln auslösten. Es stellt sich die Frage, warum die Banken diese Zahlen erst jetzt offenlegen. Denn das Thema „Too Big To Fail (TBTF)“ ist ja nicht erst seit gestern ein Thema.
Fehler liegt nicht bei den Banken
Für einmal liegt der Fehler nicht bei den beiden Grossbanken. Vertreter der CS und der UBS waren in der TBTF-Kommission vertreten und haben die Beschlüsse des Gremiums letzen Herbst akzeptiert. Damals war immer die Rede von 19 Prozent Eigenkapital, welche sich aus zehn Prozent Aktienkapital und Reserven und aus neun Prozent Zwangsanleihen zusammensetzen. Auch bei Verbänden, Parteien und Interessenten standen immer die 19 Prozent im Fokus.
Erst in einem Bericht des Bundesrates an das Parlament tauchte vor einigen Wochen eine Präzisierung auf. Darin heisst es, dass die 19 Prozent sowohl auf Gruppen wie auch auf Tochter-Ebene einzuhalten sind. Wenn allerdings wichtige Tochtergesellschaften der UBS und CS die 19 Prozent der risikogewichteten Aktiven in eigenen Mittlen halten müssen, führt das durch die Doppelverrechnung auf konsolidierter Basis für den Konzern zu weit höheren Werten.
Quelle: http://www.20min.ch