Allianz Report – Helmtragquote bei jungen Radlern sinkt

Veröffentlicht am 13.08.2013.

Mit dem Fahrrad zur Schule zu fahren, ist für Kinder fünf- bis siebenmal gefährlicher, als den Schulweg mit dem Schulbus oder zu Fuss zurückzulegen. Die Allianz Suisse bezeichnet das Fahrrad deshalb für den Schulweg von Kindern aufgrund der besonderen Gefährdungslage als „das ungeeignetste Verkehrsmittel“. Das geht aus einer aktuellen Meldung des Versicherers hervor, mit dem er seinen aktuellen „Allianz Sicherheitsreport 2013“ vorstellt. Und Allianz Suisse hat noch weitere alarmierende Nachrichten im Gepäck: Die „Helmtragequote bei Schülern geht zurück“ heisst es in der Mitteilung. Dabei ist der Fahrradhelm für Radler ausgesprochen wichtig.

Ohne Helm ist die Gefahr mehr als verdoppelt

Kopf und Gesicht sind die hauptsächlich betroffenen Körperregionen schwerverletzter und getöteter Radfahrer, berichtet Allianz Suisse.  Zahlen werden hier für die Niederlande präsentiert: Etwa 33% der schwerverletzten Velofahrer wurden am Hirn und Kopf verletzt. Ältere und Jüngere sind besonders betroffen. So steigt das Kopfverletzungsrisiko laut Allianz Studie für 6-16-Jährige auf das Doppelte an, bei Senioren mit zunehmendem Alter bis auf das zehnfache. Radfahrer ohne Helm sind dabei natürlich einer grösseren Gefährdung ausgesetzt. "Die Wahrscheinlichkeit, eine Gehirnverletzung zu erleiden, liegt ohne Helm mehr als doppelt so hoch wie mit Helm", wird Thomas Lanfermann, Leiter Sachversicherungen bei der Allianz Suisse, in der Pressemitteilung des Versicherers zitiert. Umso problematischer muss der Rückgang der Helmtragquote bei Schweizer Kindern bis 14 Jahren gewertet werden; sie lag 2012 noch bei 68% und sank in der aktuellen Studie auf 63%.
Angesichts der sinkenden Helmtragquote könnte auch eine Parlamentsentscheidung aus dem Jahr 2012 neu in die Diskussion kommen. Das Parlament hatte 2012 ein Velohelm-Obligatorium für Kinder abgelehnt, unter anderem weil die Helmtragquoten auch ohne Helmpflicht ansteigen würden, berichtet Allianz Suisse. Steigende Helmtragquoten scheinen zumindest für die Schweiz aber aktuell nur noch Geschichte zu sein. Aus Sicht der Allianz muss die Helmpflicht daher unbedingt weiter diskutiert werden. Der Versicherer bevorzugt zwar die Freiwilligkeit. Vor dem Hintergrund der AZT-Crash-Sicherheitsforschung ist aber die Helmpflicht als Ultima Ratio weiter zu diskutieren. Der Nutzen des Helms sei unbestritten, heisst es im Report.

Fahrradhelme - individuelles Anprobieren ist wichtig

Die Allianz Studie betont nicht alleine die Wichtigkeit des Helms, sondern gibt auch Tipps für den Kauf und die Nutzung von Radhelmen. So rät der Report etwa, den Fahrradhelm vor dem Kauf individuell anzuprobieren und anzupassen. Der Helm sollte weder zu locker noch zu fest sitzen und muss bis über den Hinterkopf, aber nicht mehr auf den Nacken reichen. Zudem warnt der Report davor, Radhelme nach einem Sturz wiederzuverwenden oder für andere Tätigkeiten als Radfahren zu nutzen und er rät dazu, nur normgeprüfte Exemplare zu kaufen.
Alle hier genannten Zahlen und Angaben entstammen dem Report „Nichtmotorisierte Verkehrsteilnehmer und Pedelecfahrer - Zahlen und Fakten“ der AZT Automotive GmbH – Allianz Zentrum für Technik. Sie zeigen sehr eindringlich, wie wichtig es ist, jungen Radfahrern einen möglichst optimalen Schutz zu bieten. Zu überlegen wäre angesichts der Studienergebnisse, ob Eltern für ihre zur Schule gehenden Kinder andere Wege zur Schule auswählen als die Fahrt mit dem Rad. Zusätzlich wäre auch zu überlegen, Kindern mit einer Unfallversicherung eine guten Versicherungsschutz für den Fall zu bieten, dass doch einmal etwas geschieht. Am besten wäre natürlich, wenn gute Prävention verhindert, dass etwas geschieht. Sollte es dann aber doch zu einem Unfall mit Verletzung des Kindes kommen, wäre es gut, wenn das jeweilige Kind die bestmögliche medizinische Betreuung erhält.