AXA/DEKRA Crashtests: Fahrassistenzsysteme sind wichtig

Veröffentlicht am 29.06.2014.

Passive Sicherheitssysteme schützen Autofahrer mittlerweile sehr gut, während es weiterhin Defizite bei der Sicherheit von Verkehrsteilnehmern wie Fußgängern und Motorradfahrern gibt. Das ist eins der diesjährigen Ergebnisse der jährlich von AXA Winterthur und DEKRA durchgeführten Crashtests in Wildhaus. Die Crashtests des Versicherers und der Expertenorganisation haben bereits Tradition. Sie wurden 1985 erstmals organisiert. 2014 hat man im Rahmen der Tests alte Autos mit aktuellen Nachfolgemodellen verglichen. Hierbei zeigte sich der hohe Entwicklungsgrad der passiven Sicherheitssysteme, aber auch ihre Grenzen wurden deutlich. Aktive Fahrerassistenzsysteme sollten sie ergänzen und können unter anderem dazu beitragen, Kollisionen zu verhindern.

Es gibt Passiv-, Aktiv- und Fahrerassistenzsysteme

Stößt ein Auto mit einem Fußgänger zusammen, geht das für den Fußgänger oftmals noch immer böse aus. Zwar zeigten Crashtests mit Dummys in diesem Jahr, dass aktive Motorhauben moderner Autos Fußgänger bei einer Kollision besser abfangen und den Aufprall dadurch abschwächen. Bei aktiven Motorhauben wird der hintere Bereich angehoben, sobald es zu einem Aufprall kommt. Fußgänger ziehen sich allerdings auch beim Zusammenstoff mit Autos, die aktive Motorhauben besitzen, oftmals erhebliche Verletzungen zu, sobald sie auf die harte Straße fallen.
Bei einer Kollision eines Autos mit einem Fußgänger tragen Aktiv- und Passivsysteme also nur bedingt dazu bei, schlimmere Verletzungen aller Unfallbeteiligten zu verhindern. Fahrerassistenzsysteme eignen sich deshalb als sinnvolle Ergänzung. Man unterscheidet einerseits aktive und passive Sicherheitssysteme beim Auto. Ein Beispiel für ein aktives System sind Airbags, die beim Unfall ausgelöst werden und so aktiv dazu beitragen, Unfallfolgen zu verringern. Ein Beispiel für Passiv-Systeme sind etwa Kopfstützen, die ohne aktive Veränderung während eines Unfalls zur Sicherheit der Autoinsassen beitragen. Mittlerweile rückt aber immer stärker noch eine dritte Kategorie der Schutzsysteme ins Blickfeld: die Fahrerassistenzsysteme.
Fahrerassistenzsysteme unterstützen den Fahrer dabei, während seiner Autofahrt die richtigen Entscheidungen zu treffen und Fahrfehler zu vermeiden. Anders als die aktiven und passiven Systeme wirken sie nicht erst dann, wenn es zum Unfall kommt. Sie tragen im Vorfeld dazu bei, das Unfallrisiko zu senken und ergänzen die Sicherungssysteme sinnvoll. Gemeint sind beispielsweise Spurwechselassistenten oder ESP Systeme. ESP bedeutet „Electronic Stability Program" und steht für Systeme, mit denen Fahrer ihr Auto auch in schwierigen Situationen besser kontrollieren können.
Indem solche elektronischen Helfer den Fahrzeuglenkers bei seinen Aufgaben während der Autofahrt unterstützen, setzen sie bei einem großen Problembereich an: beim Verhalten des Fahrers. Über 90 Prozent aller Verkehrsunfälle werden durch Fehler der Fahrzeuglenker verursacht, schreibt AXA Winterthur in der Mitteilung zu den Crashtests und bezieht sich dabei auf statistische Zahlen aus der Schweiz (ASTRA) und Deutschland (Statistisches Bundesamt). Dass Assistenzsysteme hilfreich sind, ist auch vielen Autofahrern bewusst. Laut einer aktuelle Umfragen der AXA Winterthur und DEKRA möchten 97% der Befragten beim nächsten Fahrzeugkauf nicht auf ABS verzichten, 79% nicht auf ESP und 71% nicht auf Spurwechselassistenten. Selbstlenkende Fahrzeuge stoßen allerdings noch überwiegend auf Skepsis. Immerhin 41% der Befragten sind von ihrer Sicherheit überzeugt, aber über drei Viertel würden heute noch kein selbstlenkendes Fahrzeug kaufen, berichtet AXA Winterthur.
Die Crashtests haben drei Schwerpunktthemen
Bei den Crashtests hat es immer wieder drei Schwerpunktthemen gegeben. Fahrerassistenzsysteme waren eins davon, Sicherheitsgurte sowie die Sicherheit von Kindern waren die anderen beiden. Seit Start der Crashtests 1985 ist viel Positives geschehen. So hat etwa die Präsentation einiger vielversprechender Fahrerassistenzsysteme im Rahmen der Crashtests 2006 die erfolgreiche Verbreitung der „elektronischen Helfer“ beschleunigt, berichtet AXA Winterthur. Auch ganz allgemein gab es Positives. So sank die Zahl der Todesopfer bei Straßenunfällen. 1985 starben 908 Personen auf Schweizer Straßen. 2013 waren es nur noch 269. Natürlich ist jeder Einzelne weiterhin einer zu viel, aber die Reduzierung ist dennoch deutlich.
Nach einem Unfall: Wie gut ist man finanziell abgesichert?
Geschieht trotz aller Vorsicht und trotz immer besser werdender Assistenzsysteme ein Unfall, rücken sehr schnell auch finanzielle Fragen in den Vordergrund. Deshalb sollte man bisweilen prüfen, ob man sich für solch einen Fall ausreichend abgesichert fühlt. wechseln, weil der bessere Leistungen zum gleichen Preis oder gleiche Leistungen zum günstigeren Preis anbietet? Das sind Fragen, die man regelmäßig stellen und beantworten sollte.