Darf man trotz Erkältung Sport treiben? Was Experten raten

Veröffentlicht am 29.01.2016.

Darf man trotz einer Erkältung Sport treiben? Das ist eine Frage, die sich Fitnessfreunde häufig stellen. Schliesslich möchten die meisten passionierten Sportler nur ungern vorübergehend auf ihr Lieblingshobby verzichten, nur weil die Nase ein wenig läuft oder der Hals etwas kratzt.
Die Meinungen gehen in dieser Frage teils weit auseinander: Von den einen hört man, dass ein Training im Krankheitszustand gesundheitsschädlich sei, während andere behaupten, es sei förderlich für den Heilungsprozess, eine Erkältung durch Sport auszuschwitzen. Was aber davon ist wahr? Was schadet und was hilft tatsächlich?
Bei einer Erkältung sollte man auf Sport eher verzichten
Zunächst einmal gibt es keine allgemeingültige Regel. Je nach Zustand und Ausgeprägtheit der Symptome gelten unterschiedliche Richtlinien. Allgemein lässt sich nur sagen: In vielen Fällen ist Sport bei einer Erkältung eher keine gute Idee. Während der Erkrankung ist der Organismus geschwächt, da er intensiv damit beschäftigt ist, die Krankheitskeime zu bekämpfen. In dieser Situation wäre das Training eine zusätzliche Belastung für den Körper, durch die es zu einer Verschlimmerung der Krankheit kommen kann. 
Daher kann man nur davon abraten, sich bei Infekten sportlich zu betätigen. Um hier auf Nummer Sicher zu gehen, sollte man schon bei dem ersten Anzeichen einer aufkommenden Erkältung wie Halsschmerzen oder körperliches Unwohlbefinden eine Trainingspause einlegen. Wer erkältet ist, aber trotzdem raus möchte, kann einen Spaziergang an der frischen Luft unternehmen. Sofern man passend angezogen ist, kann dies sogar das Immunsystem stärken.
Bei leichtem Schnupfen können Sie moderat trainieren
Lediglich bei einer sehr leichten Erkältung, bei der nur die oberen Atemwege betroffen sind, kann man eine Ausnahme machen und darf moderat trainieren. Läuft zum Beispiel nur ein wenig die Nase und es treten darüber hinaus keinerlei Erkältungs-Symptome auf, muss man nicht zwingend komplett aufs geliebte Work-out verzichten. Bei Untersuchungen an Probanden, die sich mit leichtem Schnupfen massvoll sportlich betätigt haben, wurden keine negativen Auswirkungen auf den Gesundheitszustand festgestellt. Ob Sie Sport machen sollten oder nicht, kommt in diesem Fall also darauf an, wie fit Sie sich fühlen.
Trotzdem sollten Sie beim Training selbstverständlich nicht zu viel Gas geben, wenn Sie leicht angeschlagen sind. Übermässig starke Belastungen vermeidet man am besten auch bei geringfügigen Krankheitsanzeichen wie einem leichten Schnupfen oder Husten. Je nachdem, wie belastbar Sie sich selbst fühlen, ist es besser, in diesem Zustand Sportarten wie Walking oder ein leichtes Jogging auszuüben und auf Training am Leistungslimit zu verzichten.
Bei Fieber ist unbedingt Bettruhe angesagt
Kommt zu Symptomen wie Husten und Schnupfen noch Fieber hinzu, sollte Sport absolut tabu sein, denn dann hat man es mit einem ausgewachsenen Infekt zu tun. In diesem Fall sollten Sie unbedingt im Bett bleiben. Bei Fieber würden die Krankheitserreger durch sportliche Aktivitäten verstärkt im Körper verteilt werden und die Organe zusätzlich belasten.
Das kann zu einer Entzündung in weiteren Körperteilen führen. Die Gefahr, dass es beispielsweise zu einer Herzmuskelentzündung kommt, wäre dann erhöht. Lassen Sie sich auch nicht durch die Tatsache täuschen, dass Medikamente gegebenenfalls Beschwerden deutlich lindern. Falls Sie etwa Antibiotika einnehmen müssen, sollten Sie sich ohnehin auf keinen Fall sportlich betätigen.
Sport nach der Genesung langsam angehen
Nach der Genesung sollten Sie mindestens zwei Tage ohne Medikamente frei von Symptomen sein, bevor Sie wieder mit ihrem Sport starten. Je nachdem, wie schwer die Krankheit war, empfiehlt es sich sogar, vorsichtshalber noch ein bis zwei Tage länger und bei Fieber sogar mindestens eine Woche abzuwarten, bevor man wieder loslegt. Der Körper ist nämlich immer noch geschwächt.
Natürlich sollte man auch nicht gleich versuchen, das verlorene Sport-Pensum wieder aufzuholen. Nach einer Krankheit gilt das Motto: Fangen Sie das Work-out zunächst langsam an. Ein kleiner Tipp: Outoor-Sport stärkt zwar generell das Immunsystem, aber im Winter bei einer Temperatur unter -10 Grad Celsius kann die kalte Luft für Sportler auch ungesund werden. Das gilt umso mehr, wenn man bereits leicht erkältet ist. Aus diesem Grund empfehlen Sportexperten, das Training bei extremer Kälte nach drinnen zu verlegen.
Möchten Sie deshalb in der Wintersaison beispielsweise im Fitnessstudio sporteln, könnte sich ein Blick auf Angebote der Krankenkassen lohnen. Haben Sie nämlich eine entsprechende Zusatzversicherung abgeschlossen, beteiligt die Krankenkasse sich an den Kosten für diverse Sportarten oder an den Beiträgen fürs Fitnessstudio.