Einschleichdiebstahl ist nicht gleich Einbruchsdiebstahl

Veröffentlicht am 03.07.2013.

Etwa jedes sechste Eindringen in ein Haus oder eine Wohnung mit Diebstahlabsicht ist in der Schweiz ein sogenannter Einschleichdiebstahl, bei dem Diebe beispielsweise durch ein offenes Fenster oder eine offene Tür ins Haus kommen. Das geht aus der Kriminalstatistik 2012 des Bundesamtes für Statistik (BFS) hervor. Für den Beschädigten ist es wichtig, um welche Art von Diebstahl es sich handelt, da die Basis-Hausratversicherung beim Einschleichdiebstahl nicht alle Schäden abdeckt, die bei einem Einbruchsdiebstahl abgedeckt wären. Das erklärte der Sprecher der AXA Winterthur Versicherung Mark Hauser in einem Interview mit der Zeitung Blick, das in der Onlineausgabe am 20. Juni veröffentlicht wurde.

Ein Blick in die Kriminalstatistik

2012 gab es laut Kriminalstatistik 73.714 Einschleich- UND Einbruchsdiebstähle. 61.128 dieser Fälle waren Einbruchdiebstähle und 12.586 Einschleichdiebstähle. In beiden Fällen ist damit ein Anstieg gegenüber 2011 zu verzeichnen; ganz besonders stark ist er bei den Einbruchdiebstählen, bei denen es 2011 "nur" 52.735 und damit fast 10.000 weniger Fälle gab. Bei den Einschleichdiebstählen war der Anstieg dagegen deutlich moderater: 2011 gab es 12.437 und damit 149 weniger Fälle als 2012. Wie so oft bei Statistiken, ändern sich Zahlen und ihre Verhältnisse zueinander teils deutlich, wenn man auf Details blickt. In der Kriminalstatistik findet man etwa teils deutlich Unterschiede beim Blick auf die jeweiligen Kantone. Während beispielsweise - wie bereits geschildert - schweizweit jeder 6. Fall in der Gruppe der "Einbruch- oder Einschleichdiebstähle" ein Einschleichdiebstahl war, ist es in Luzern jeder dritte Fall gewesen, berichtet die Zeitung "Blick". Dabei gilt übrigens keineswegs nur das Eindringen durch offene Fenster oder Türen ins Haus als Einschleichdiebstahl. Wenn der Dieb einen Schlüssel unter einem Blumentopf findet und mit ihm ins Haus kommt, wird das von der Polizei ebenfalls als Einschleichdiebstahl gewertet, sagte Mark Hauser gegenüber Blick.

Schutz vor Einbruch schützt auch den Versicherungsschutz

Beim Einschleichdiebstahl wird dem Versicherten oft nicht der gesamte Versicherungsschutz gewährt, weil ihm hier in der Regel eine Mitschuld durch Fahrlässigkeit gegeben wird. Der Verlust von Bargeld und Geldwerten wie Goldvreneli oder Reka-Schecks wird beim Einschleichdiebstahl durch die Basis-Hausratversicherung nicht gedeckt, sagt Mark Hauser gegenüber Blick. Letztlich bedeutet das, dass Hausbesitzer immer eine 2-Komponenten-Strategie fahren sollten. Einerseits sollten sie in jedem Fall dafür Sorge tragen, dass ihre Immobilie Einbrechern das Leben so schwer wie möglich macht. Wie so etwas geht, zeigt beispielsweise die Schweizerische Kriminalprävention in der online verfügbaren Broschüre "Einbruch - nicht bei mir ". Andererseits sollte man sich als Immobilienbesitzer um passenden Versicherungsschutz kümmern, falls Einbrecher dann doch alle Vorsichtsmassnahmen überwinden, ins Haus eindringen und Dinge stehlen. Um das zu realisieren, sollte man auf passende Beratung durch Versicherungsexperten setzen.