Erfreulich: Rückerstattungen bei Krankenkassen-Prämien

Veröffentlicht am 23.06.2014.

Die Krankenkasse KPT gibt seinen Versicherten mit Spitalzusatzversicherung einen Teil der Prämien zurück. Insgesamt werden zwölf Milliarden Franken aus dem Überschussfonds ausgezahlt. Die einzige Versicherung, die Versicherte an eigenen wirtschaftlichen Erfolgen beteiligt, ist die KPT keineswegs. Auch andere Krankenversicherer und Versicherer mit Sachversicherungen integrieren solche Erfolgsbeteiligungen in ihr Angebot. Und je nachdem, wie erfolgreich die Versicherung wirtschaftet, kann letztlich auch ein Versicherungsvertrag mit etwas höheren Prämien finanziell attraktiver sein, als der zunächst etwas günstiger wirkende Vertrag.

KPT - Erstattung zwischen 5% und 20%
KPT-Versicherte mit einer Spitalkostenversicherung Allgemein erhalten rund 20% der Jahresprämie zurückerstattet. Der Berechnung liegt die Bruttoprämie vor Abzug allfälliger Rabatte zugrunde. Bei den Varianten Halbprivat, Privat Schweiz und Privat Welt gibt es rund 5% der Prämien zurück. Bei der Rückerstattung werden alle Versicherten berücksichtigt, die am 31. Dezember 2013 eine der genannten Versicherungen abgeschlossen hatten. Wurde die Versicherung im Verlauf des Jahres 2013 abgeschlossen, gibt es eine anteilige Rückerstattung, deren Höhe abhängig von der Anzahl der versicherten Monate ist. Ein Wechsel in der Deckung im Verlauf des Jahres wird ebenfalls bei der Berechnung berücksichtigt.

Andere Versicherungen beteiligen die Versicherten ebenfalls
Es sind nicht zwangsläufig immer Krankenversicherungen, die ihre Versicherten an wirtschaftlichen Erfolgen beteiligen. So besitzt beispielsweise auch der Versicherer Mobiliar einen Überschussfonds und wird im Rahmen einer Prämienreduktion zwischen Juli 2014 und Juni 2015 insgesamt 140 Millionen Franken an seine Versicherten auszahlen. Von der Prämienreduktion profitieren Versicherte mit einer MobiPro Betriebs- und Autoversicherung. Sie zahlen im oben genannten Zeitraum eine um 10% reduzierte Prämie. 
Ein weiterer Versicherer, der seine Versicherten an Überschüssen beteiligen möchte, war der Krankenversicherer Sympany. Hier zeigen sich aber auch vom Staat vorgegebene Grenzen der Reduzierung. Sympany hatte einen Jahresgewinn von 17,5 Millionen Franken erwirtschaftet, von denen 5,8 Millionen Franken über einen Überschussfonds an die Versicherten zurückgezahlt werden sollten. Sympany hatte geplant, Versicherten in den Kantonen Bern, Zürich und Solothurn Beträge zwischen 50 und 150 Franken zu zahlen, heisst es in der Aargauer Zeitung.
Das Bundesamt für Gesundheit (BAG) machte dem Versicherer jedoch einen Strich durch die Rechnung, weil die Gleichbehandlung der Versicherten nicht gewährleistet war. So hätten im Kanton Zürich nur Versicherte in der Stadt Zürich und im Kanton Bern nur Versicherungsnehmer in den Bezirken Bern und Biel profitiert. Wer Sympany inzwischen verlassen hat und wer noch keine 26 Jahre alt ist, wäre ebenfalls leer ausgegangen. Das war für die BAG so nicht tragbar.

Versicherungswahl: Blick auf die wirtschaftliche Entwicklung
Potenzielle Versicherungsnehmer, die auf der Suche nach einer guten Versicherung sind, sollten Krankenkassen vergleichen und die Höhe der zu zahlenden Prämien berücksichtigen. Allerdings nicht nur. Man sollte einerseits auch schauen, ob ein Angebot aufgrund höherer Leistungen trotz etwas höherer Prämien nicht doch das bessere sein könnte. Und man sollte vor Abschluss eines Versicherungsvertrags einen Blick auf die wirtschaftliche Entwicklung des Versicherers in den letzten Jahren werfen. War es eine gute Entwicklung? Haben Versicherte vielleicht durch Rückzahlungen davon profitiert? Und wenn ja, wie sehr hat sich das (umgerechnet) auf die Monatsprämie ausgewirkt? Immer daran denken: Eine Rückerstattung von 120 Franken ist für Versicherte letztlich für das jeweilige Jahr dasselbe wie eine um zehn Franken monatlich reduzierte Prämie.
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