Facebook Party mit Schäden – und wer zahlt?

Veröffentlicht am 24.06.2013.

"Facebook Party artet aus": In Medien findet man bisweilen solche oder ähnliche Titel. Dann geht es oftmals um Partys, zu denen in Social Media aufgerufen wird und bei denen es durch Randale oder aufgrund Unachtsamkeit durch Alkohol zu grösseren Schäden am Hausrat oder Gebäude des Gastgebers oder seiner Nachbarn kommt. Das ist dann bisweilen bereits alleine deshalb bedauerlich, weil die Stimmung einer eigentlich schönen Party eventuell komplett umkippt. Darüber hinaus können finanzielle Folgen drohen. Und dann: Wer zahlt? Informationen dazu gibt es unter anderem beim Schweizerischen Versicherungsverband auf SVV.de.
Facebook Party - und es fing so schön an!
Die meisten Partys fangen erst einmal schön an, auch diejenigen, die mit einer Einladung über Facebook oder ein anderes soziales Netzwerk begannen und dann ausgeartet sind. Auf SVV.de gibt es ein Beispiel. Dort wird die Frage eines anonymisierten A.N. beantwortet, wer für die Schäden bei einer via Social Media von ihm organisierten Party aufkommt, bei der randalierende Besucher sein Mobiliar und die Hausfassade von Nachbarn beschädigt hatten? Die normalen Varianten der Hausrat- und der Gebäudeversicherung zahlen - so der SVV -  bei Schäden durch Randalierer nicht. Zahlen müssen jedoch die Randalierer, die ihrerseits dabei nicht durch Unterstützung durch ihre Privathaftpflichtversicherung bauen können. Diese Unterstützung besteht nur bei NICHT absichtlich durch Randale entstandenen Schäden.
Für Schäden, die randalierende Gäste privater Partys beispielsweise bei Nachbarn verursachen, ist der Gastgeber im Allgemeinen nicht haftpflichtig. Auch hier gilt: Es haften diejenigen, die durch ihre Randale Schäden verursachen. "Eine Haftung ihrerseits, als Initiant der privaten Party, wird kaum gegeben sein", schreibt die SVV. "Werden dennoch Schadenersatzforderungen an Sie gestellt, befasst sich Ihre Privathaftpflichtversicherung mit der Abwehr unbegründeter Ansprüche", heisst es weiter. Anders liegt der Fall allerdings, wenn Gastgeber eine "Vielzahl von Unbekannten einladen oder zu einer unbewilligten Party aufrufen". Kommt es dann zu Schäden durch Partygäste, kann der jeweilige Gastgeber haftbar gemacht werden und besitzt in der Regel auch keinen Versicherungsschutz durch seine Privathaftpflichtversicherung. Der SVV rät daher dazu, nur Personen zu einer Party einzuladen, die man kennt, Leute, die uneingeladen erscheinen, umgehend wegzuschicken und am besten gar nicht über Social Media, sondern besser über klassischere und sicherere Kanäle einzuladen. 
All-Risks-Versicherungen erweitern das Leistungsspektrum
Kehren wir nochmals zum Fall zurück, dass randalierende Gäste beim Gastgeber einer privaten (!) Party Schäden am Haus oder Hausrat anrichten. Wie bereits geschildert, müsste dann eigentlich der jeweilige Randalierer den Schaden ersetzen. Schwierig wird es für den Party-Veranstalter allerdings, wenn der Randalierer das wegen leerer Kassen nicht kann. In solchen Fällen bleibt der Party-Ausrichter eventuell auf seinen Kosten sitzen. Hilfreich kann es in solchen Fällen sein, wenn er bei einem Versicherer sogenannte All-Risks-Bausteine abgeschlossen hat. Sie gehen etwa bei der Hausversicherung "weit über die traditionellen Deckungen für '"Feuer-, Wasser-, Diebstahl- und Glasschäden" hinaus", schreibt der SVV. Ein Anbieter solcher Versicherungen ist beispielsweise die Helvetia, die sowohl eine AllRisk Versicherung Hausrat als auch Wohngebäude anbietet. Der Versicherungsschutz ist in beiden Fällen weitgehend. So bietet etwa die Hausratvariante laut Helvetia "Rundumschutz aller Sachwerte gegen alle Gefahren, sofern diese nicht ausdrücklich ausgeschlossen sind". Bei der AllRisk Versicherung Wohngebäude verhalten sich die Dinge ähnlich. Sie bietet ebenfalls umfassenden Schutz "gegen alle denkbaren Gefahren, sofern nicht ausdrücklich ausgeschlossen".
Für All-Risk-Varianten von Versicherungen zahlt man in der Regel höhere Prämien, profitiert dann aber auch von deutlich gesteigerten Leistungen. Ob sich erhöhte Kosten jedoch lohnen, muss man individuell entscheiden: Schliesslich feiern die wenigsten Menschen täglich eine Facebook Party oder haben ein anderes und sehr offensichtlich  derart stark gesteigertes Risiko, dass man auf die Frage sofort mit einem "ja" antwortet. Oft sollte man sich etwas Zeit lassen, bis man sich selbst die Frage "AllRisk: Ja oder nein?" beantwortet.