Heuschnupfen: Medikamente, Therapie und Tipps

Veröffentlicht am 16.04.2014.

Für viele ist der Frühling die schönste Jahreszeit: Nach mehreren trüben Wintermonaten scheint wieder die Sonne, die Vögel zwitschern und die Blumen spriessen. Letzteres bereitet immer mehr Menschen zunehmend Sorge als Freude: Für sie fängt mit dem Aufblühen der Natur auch das Laufen der Nase an, die Augen sind gerötet und der Hals juckt: Typische Anzeichen von Heuschnupfen.  Gegen diese Allergie gibt es inzwischen verschiedene Medikamente und Therapien, mit unterschiedlichen Vor- und Nachteilen. Zudem kann die Allergie dadurch eingedämmt werden, dass bestimmte Verhaltenstipps im Alltag eingehalten werden.
Zunehmende Hygiene und Ozon als Ursachen von Heuschnupfen
Inzwischen leiden etwa 6.6 Prozent der Schweizer Bevölkerung unter Allergien wie Heuschnupfen, wie eine Studie des Bundesamtes für Statistik zeigt. Heuschnupfen, oder allergische Rhinitis, wie die Allergie in der Fachsprache genannt wird, kann mehrere Ursachen haben: Zum einen kann die zunehmende Hygiene ein Grund für die steigende Zahl der Erkrankten sein. Zum anderen lösen die Pollen immer leichter Allergien aus, da sie durch Stickoxide und Ozon verändert und somit aggressiver werden. Eine Allergie äussert sich in den meisten Fällen durch Symptome wie beispielsweise gerötete Augen, geschwollene Lymphknoten, chronischer Husten, Kopfschmerzen oder sogar Fieber.
Natürliches Wundermittel: Die Pestwurz
Um die Symptome zu lindern, kann auf verschiedene Medikamente zurückgegriffen werden. Neben verschiedenen synthetischen Nasensprays ist ein natürliches Mittel auf dem Markt, welches nachweislich gegen Heuschnupfen hilft: Die Pestwurz, in der Schweiz als Tesalin erhältlich. Die Wirksamkeit des Medikamentes besteht darin, dass bestimmte Inhaltsstoffe des Pestwurzes die Biosynthese von Leukotrienen hemmen; Leukotriene sind Botenstoffe, die bei der Entzündungsreaktion gegen Allergene eine grosse Rolle spielen, schreibt der Tagesanzeiger.
Desensibilisierung: Wer übernimmt die Kosten?
Helfen die Medikamente nicht mehr, muss eine Therapie in Betracht gezogen werden. Die De- oder Hyposensibiliserung ist eine spezifische Immuntherapie. Diese besteht darin, dass dem Körper die verursachenden Allergene gespritzt werden, damit sich dieser daran gewöhnt. Denn Heuschnupfen ist eigentlich eine Fehlreaktion: Der Organismus reagiert auf einen harmlosen Stoff, nämlich Pollen. Damit die richtigen Allergene gespritzt werden können, muss im Voraus eine allergologische Abklärung stattfinden, um herausfinden zu können, welche Pollen die Allergie überhaupt hervorrufen. Die Gesamtdauer der Hyposensibilisierung beträgt 3 bis 5 Jahre. Aber der Aufwand lohnt sich: 80 bis 90 Prozent der behandelten Patientinnen und Patienten berichten von einer deutlichen Linderung der Beschwerden (Quelle: beobachter.de). Sowohl die Abklärung als auch die Kosten der Therapie werden von der Grundversicherung der Krankenkasse übernommen.
Verhaltenstipps für den Alltag
Neben Medikamenten und Therapie gibt es auch ein paar einfache Verhaltenstipps, welche den Alltag für Allergiker erleichtern können:
Die Wäsche sollte nicht im Freien trocknen lassen
Während der Pollensaison auf Jogging und Velofahren verzichten
Möglichst oft eine Sonnenbrille tragen
Am Abend die Haare waschen (damit die Pollen in der Nacht nicht in die Augen gelangen)
Beim Autofahren die Fenster geschlossen halten
Während der Pollensaison die Wohnung nur kurz, dafür intensiv lüften
Durch die Einhaltung dieser Tipps im Zusammenhang mit der Einnahme von symptomlindernden Medikamenten kann nicht nur der Alltag erheblich erleichtert werden, sondern auch der Frühling – inklusive blühender Pflanzen – trotzdem Freude bereiten.
Link zum Text: Heuschnupfen