Obligatorische Erdbebenversicherung weiter Thema

Veröffentlicht am 06.10.2011.

Am 18. August 2011 hat sich der Schweizer Bundesrat gegen die Einführung einer obligatorischen Erdbebenversicherung für die Schweiz ausgesprochen. Der schweizerische Ständerat befürwortete dagegen am 27. September die Einführung solch einer Versicherung mehrheitlich. Sie ist also weiterhin in der Diskussion. Die Mehrheit der Hausbesitzer scheint sich allerdings nicht mit ihr anfreunden zu können.

Relativ geringes Interesse bei Hausbesitzern

Die Motion zur obligatorischen Erdbebenversicherung in der Schweiz wurde von Jean-René Fournier in den Ständerat eingebracht und erhielt neunzehn Stimmen bei elf Gegenstimmen. Ob und wie solch eine Versicherung kommt, ist aber weiterhin zweifelhaft. Um eine obligatorische Erdbebenversicherung in der gesamten Schweiz einzuführen, wäre eine Bundeskompetenz nötig. Das bedeutet, dass auch die Verfassung geändert werden müsste. Hausbesitzer halten das allerdings mehrheitlich für übertrieben. So stuften 77 Prozent der Hausbesitzer bei einer repräsentativen Umfrage, die von den Kantonalen Gebäudeversicherungen in Auftrag gegeben wurde, ihr Interesse an einer Erdbebenversicherung als gering ein.

Freiwillige Versicherungen sind bereits heute möglich

Bei der Diskussion rund um eine obligatorische Erdbebenversicherung geht es letztlich auch um die Frage, wie weit staatlich verordnete Versicherungspflichten gehen dürfen. Die Frage lautet: Ist das Risiko eines Erdbebens in der Schweiz so hoch, dass es wie das Risiko „Krankheit“ zum Gegenstand einer Pflichtversicherung werden sollte? Die Möglichkeit, sich freiwillig zu versichern, existiert ja bereits. Und manch einer denkt, dass das durchaus ausreicht. Versicherer wie Lloyds, die Erdbebenversicherungen für Schweizer anbieten, verweisen zwar beispielsweise auf das Beben im Februar 2003 im elsässischen Saint-Dié (siebzig Kilometer von Basel entfernt). Es erreichte eine Stärke von 5.5 auf der Richter-Skala. Und sie verweisen auf 2.500 Erdbeben innerhalb der Schweiz, die in den letzten 25 Jahren vom Schweizerischen Erdbebendienst aufgezeichnet wurden. Die meisten dürften allerdings eher schwach gewesen sein. Manch einem Hausbesitzer reicht das dennoch aus, um einmal über eine Erdbebenversicherung nachzudenken. Aber reicht es auch aus, sie zur obligatorischen Versicherung zu machen? Wir halten Sie auf dem aktuellen Stand.