UBS-Konsumindikator sieht Stimmungstief ohne reale Ursache

Veröffentlicht am 08.09.2011.

Im Juli 2011 ist der UBS-Konsumindikator auf jetzt 1,29 Punkte abgesackt. Der Indikator befindet sich somit auf seinem Tiefststand seit dem Dezember des Jahres 2009. Einen noch tieferen Sinkflug des Wertes haben lediglich die Neuwagen und Hotelübernachtungen verhindert. Den Grund für den niedrigeren Zähler sieht man bei der UBS in der allgemeinen pessimistischen Konsumstimmung sowohl unter Verbrauchern als auch im Einzelhandel.
Besonders negativ auf den Stand des Konsumindikators ausgewirkt hat sich die vom Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco) untersuchte Konsumentenstimmung. Den zweiten und maßgeblich schlechten Einfluss auf den Indikator haben die Geschäftszahlen des Einzelhandels ausgeübt. Sie werden von der KOF, der Konjunkturforschungsstelle, ermittelt. Beide Größen lagen im letzten Monat sogar unter den üblichen Durchschnittswerten der letzten Jahre. Diese beiden subjektiven Bewertungen stehen jedoch im Gegensatz zu den objektiv eruierten Zahlen, die ebenfalls in den UBS-Konsumindikator einfließen. Bei den relevanten Hotelübernachtungen gab es einen Zuwachs, der die Anzahl der Übernachtungsgäste wieder auf den Höchststand des Rekordjahres 2008 anhob. Die Neuzulassungen bei Personenkraftwagen wuchsen ebenfalls bereits wieder über ihren Wert vor der allgemeinen Finanzkrise hinaus. Insgesamt wird die wirtschaftliche Gesamtlage deshalb von der UBS als positiv bewertet. Die Stimmungen haben sich in den letzten Jahren nicht als verlässliches Wirtschaftsbarometer erwiesen und die Bank erwartet eine gute Weiterentwicklung des Wirtschaftswachstums im laufenden Jahr. Ein Anstieg des privaten Konsums in Höhe von etwa 1,6 Prozent wird als realistisch angesehen.
Der Konsumindikator der Schweizer Bank UBS bildet den privaten Konsum und seine Entwicklung ab. Mit fast sechzig Prozent ist diese Größe der bedeutendste Faktor für das Bruttoinlandsprodukt der Schweiz. Die Berechnung des UBS-Konsumindikators setzt sich aus fünf verschiedenen Verbrauchszahlen zusammen. Darunter sind quantitative Erhebungen aus dem Bereich der Neuwagen, des Einzelhandels, der inländischen Hotelübernachtungen von Schweizer Bürgern, innerschweizerische Kreditkartenumsätze der UBS und der allgemeine Konsumentenstimmungsindex. Bis auf die letzte Zahl werden alle diese Verbrauchsgrößen monatlich erhoben, sind also in kurzen Frequenzen verfügbar.