Unfallversicherungen - Extremsportler leben doppelt gefährlich

Veröffentlicht am 17.07.2012.

Ein gewisses Verletzungsrisiko besteht natürlich bei jedem Sport, aber bei einigen Sportarten – den so genannten Risikosportarten – ist dieses Risiko eindeutig höher als bei anderen. Und es gibt noch ein zweites Risiko: Suva als Teil des schweizerischen Sozialversicherungs-Systems warnt Risikosportler aktuell davor, dass bei Verletzungen durch solche Sportarten unter Umständen nur verkürzte Versicherungs-Leistungen gezahlt werden.

Erhöhter Nervenkitzel, erhöhtes Risiko
„Base Jumping, Scad Diving, Quad Rennen, Street Luge“ – all das sind Beispiele von Risikosportarten. Base Jumping ist etwa das Fallschirmspringen von festen Objekten wie Hochhäusern aus. Wer von einem Kran oder aus einem Helikopter springt, um nach etwa vierzig bis sechzig Meter freiem Fall in einem Netz zu landen, betreibt Scad Diving. Der Begriff „Quad Rennen“ erklärt sich praktisch von selbst, wenn man weiss, dass Quads kleine quirlige Kraftfahrzeuge mit vier Rädern sind. Streetluge-Sportler rasen derweil liegend auf oftmals selbst gebauten und mit Rädern ausgestatteten flachen Rodeln teils extrem abschüssige Strassen herunter. Es bedarf nicht viel Fantasie, um sich bei diesen Sportarten ein höheres Verletzungsrisiko als etwa beim Joggen vorzustellen. Aber für manch einen gilt wohl einfach: No risk, no fun!

Bei Unfall drohen Leistungskürzungen
Alle Arbeitnehmer mit einer Wochenarbeitszeit von mindestens acht Stunden sind obligatorisch gegen Berufs- wie Nichtberufsunfälle versichert, schreibt die Suva in einer aktuellen Medienmitteilung. Verletzungen beim Freizeitsport sind also mitversichert. Die Suva weist zugleich aber darauf hin, dass Taggelder und Renten als Folge von Unfällen bei Wagnis-Sportarten um 50% oder mehr gekürzt werden können. Das kann für den Betroffenen im Extremfall eine deutliche finanzielle Einbusse bedeuten. Die „Suva“ selbst nennt neunzig Fälle jährlich, bei denen es zu derartigen Kürzungen kommt und gibt angehenden Extremsportlern zugleich Tipps, wie sich ihr Verletzungsrisiko verringern lässt. Der Versicherer empfiehlt, sich stets für geprüfte Ausrüstungen und das richtige, wenngleich oft teurere Material zu entscheiden, sich von ausgebildeten Fachpersonen instruieren zu lassen, auch Gefahrensituationen zu trainieren und im Zweifelsfall eine Zusatzversicherung abzuschliessen.

Passende Zusatzversicherungen sollte man vergleichen
Aber nicht nur Extremsportler, sondern auch Sportler mit etwas weniger gefahrvollen Sportarten sollten sich bisweilen mit der Frage auseinandersetzen, ob sie im Invalidenfall finanziell ausreichend abgesichert sind. Manch einer verdrängt, dass Sport – so sinnvoll und der Gesundheit zuträglich er im Allgemeinen ist – auch die Verletzungsrisiken steigern kann. Niemand denkt gerne an Extremfälle, etwa an Verletzungen, die die Arbeitsfähigkeit deutlich einschränken. Aber man sollte es vielleicht dennoch tun und wenn obligatorische Versicherungen nicht ausreichen, um etwa auch den Extremfall völliger Arbeitsunfähigkeit abzusichern, kann eine Zusatzversicherung sehr sinnvoll sein. Vorschnell sollte man jedoch keine abschliessen. Man sollte stattdessen einerseits die Prämien, andererseits auch die Leistungen und eventuelle Ausschlüsse verschiedener Angebote vergleichen. Erst dann ist es Zeit für die Wahl des richtigen Angebots: ob als Extrem- oder doch eher  als „Normalsportler“.
 
Quelle
suva.ch