Zeit der Prämienerhöhungen – Verbraucher sollten handeln

Veröffentlicht am 30.04.2012.

Möglicherweise wird das Jahr 2012 zu einem goldenen für Versicherer und Rückversicherer in Europa. Mit dieser Aussage wird jedenfalls Analyst Michael Haid von der Frankfurter MainFirst Group in der Onlineausgabe der Zeitung "Welt" zitiert. Laut Artikel könnte es für die Unternehmen aus der Versicherungsbranche möglich werden, 2012 weitere Erhöhungen bei Prämien für Sach- und Lebensversicherungen zu realisieren, wenn sie auf hohe Schadensersatzsprüche verweisen, die aufgrund der Naturkatastrophen im Jahr 2011 zu leisten waren. Das klingt natürlich gut für die Versicherer. Weniger gut klingt das für die Versicherten. Ihnen bleibt wohl nur, sich nicht allzu loyal an eine Gesellschaft zu binden, sondern im Onlinevergleich die für sie besten Angebote herauszufinden und anzunehmen.

2011 gab es viel zu zahlen für die Versicherer

105 Milliarden US-Dollar oder umgerechnet etwa 79,5 Milliarden Euro - das ist die Summe, die Europas Versicherer 2011 aufgrund diverser Natur-Katastrophen zu zahlen hatten. Wie sehr sich das teils auf die Versicherer ausgewirkt hat, zeigt das Beispiel der "Mobiliar". Der Versicherer verzeichnete 2011 ein Plus von 4,6 Prozent gegenüber 2010 bei den Bruttoprämien und kam auf insgesamt 318 Milliarden Franken. Der Verdienst sank dennoch: Statt 408,6 Millionen im Jahr 2010 wurden es 2011 nur noch 331,3 Millionen Franken. Eine Ursache seien höhere Lasten aus Elementarschäden gewesen, sagt der Chef der Mobiliar Markus Hongler und nannte einhundert Millionen Franken als Summe, die zu zahlen gewesen sei. Da liegt es für Versicherer nahe und klingt auch verständlich, einen Teil der Summe durch Prämienerhöhungen wieder hereinzuholen. Das ist teils bereits geschehen. Laut der Zurich Versicherung wurden die Prämien in der Schweiz 2011 um über drei Prozent angehoben.

Als Versicherter muss man nicht jede Prämienerhöhung hinnehmen

Man kann sie ja irgendwie verstehen, die Versicherungs-Gesellschaften, wenn sie auf steigende Ausgaben reagieren, indem sie die Einnahmen durch Prämienerhöhungen steigern. Andererseits sollte man als Versicherter auch seine eigenen Ausgaben im Blick behalten. Und das bedeutet, nicht fest an einer Gesellschaft zu kleben, sondern immer wieder einmal zu prüfen, ob die aktuellen Verträge tatsächlich noch beste Wahl sind oder nicht doch zum nächstmöglichen Zeitpunkt gegen andere ausgetauscht werden sollten. Zu weit muss die Loyalität zu den einmal gewählten Gesellschaften ja nicht gehen.